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Illegale Mountainbike-Strecken: Vandalismus im Hinsbecker Wald

Illegale Mountainbike-Strecken: Vandalismus im Hinsbecker Wald

Durch illegale Mountainbike-Strecken sind rund um den Taubenberg Schäden entstanden. Seriöse Radfahrer fühlen sich durch pauschale Kritik verunglimpft.

Hinsbeck. Auf den ersten Blick ist es nur ein Trampelpfad. Auf den zweiten aber sind zerquetschte Vogeleier und abgerissene Pflanzen zu sehen. „Hier im Wald am abschüssigen Hinsbecker Taubenberg sind überall illegale Mountainbike-Wege angelegt“, schimpft Jäger Stefano Poletti. Empört macht er seinem Ärger Luft. Die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten: Mountainbiker fühlen sich verunglimpft und wehren sich.

„Hier ist ein Schnepfennest einfach kaputt gefahren worden, die Bepflanzung an den Hängen ist platt“, erläutert Poletti den Schaden im Wald. Damit nicht genug: „Das Wild ist hier längst verschwunden, das haben mir die Jagdpächter bestätigt“, sagt der Grefrather.

Poletti recherchierte, stieß auf Szene-Seiten im Internet, die illegale Strecken durch den Wald in Hinsbeck empfehlen. Er beobachtete Mountainbiker, die kreuz und quer durch den Wald düsten. Sie anzusprechen, gab er auf: „Die schimpfen und drohen auch noch.“

Patrick Afschar, Mountainbiker

Schließlich heftete Poletti Zettel an Bäume mit der Überschrift „Vandalismus durch Mountain Biker“: Beobachtungen solle man unter anderem der Biologische Station Krickenbecker Seen melden. Dort reagiert man mit Kopfschütteln: „Wir sind nicht gefragt worden, das schafft nur Verwirrung, wir sind gar nicht zuständig!“

Die Zettel allerdings, unterzeichnet mit „Natur, Jagd und Forst“, riefen verärgerte Mountainbiker wie Patrick Afschar aus Lobberich auf den Plan: „Da werden alle Mountainbiker pauschal als Vandalen verunglimpft, Spaziergänger haben uns schon beschimpft.“

Er gehört zu einer Gruppe von „rund 25 seriösen Mountainbikern, alle so zwischen 30 und Mitte 50“. Afschar: „Wir fahren grundsätzlich nicht abseits der Wege.“

Die anderen, die „schwarzen Schafe“ unter den Mountainbikern, machen auch Revierförster Thomas Gieselmann zu schaffen: „Das ist in Hinsbeck ganz extrem.“ Das Fahren im Wald abseits der Wege sei verboten, der Waldboden an den Hängen nehme Schaden, werde bei Regen ausgeschwemmt.

Forstbehörde und Polizei können laut Gieselmann kaum kontrollieren und Bußgelder verhängen: „Nicht genug Personal.“ Bürger allerdings sollten „konkrete Angaben“ über illegale Raser im Wald bei der Polizei melden. Wie es eben auch Poletti fordert, dessen Zettel übrigens wieder entfernt wurden.