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Herzkissen für krebskranke Frauen

Herzkissen für krebskranke Frauen

Im Pfarrheim wurde fleißig „gegen Schmerzen“ genäht.

Kaldenkirchen. „Schau’ mal Mama“, stolz zeigt der sechsjährige Julian Boetzges aus Lobberich seiner Mutter Diana sein erstes, mit Omas alter Nähmaschine genähtes Herzkissen. Mutter und Sohn waren der Einladung von Schneiderin Elvira Deutges (47) gefolgt und nähten im Kaldenkirchener Pfarrheim Convent Herzkissen zugunsten der Initiative „Herzen gegen Schmerzen“.

Stoff zuschneiden, zusammennähen, Kissen füllen und per Hand die letzte Öffnung zunähen. „Knapp drei Minuten, dann ist alles fertig“, sagt Sabrine Sandring-Cürvers. Nähmaschinen surren, fertige Herzkissen stapeln sich. Sie sollen an Brustkrebs erkrankten Frauen den Alltag erleichtern. „Diese Kissenform hat eine amerikanische Krankenschwester entworfen. So können brustoperierte Frauen nach der OP besser liegen und schonen die Narbe“, weiß Deutges.

114 kunterbunte Kissen haben die rund 40 Frauen, die der Einladung von Elvira, wie sie alle nennen, gefolgt sind, zur Halbzeit schon genäht. Stoff spendeten eine Dülkener und eine Stuttgarter Firma. Die Füllung für 1000 Kissen steuerte das schwedische Möbelhaus Ikea bei.

Das Material hatte Deutges organisiert, nun brauchte sie nur noch die Arbeitskraft ihrer Nähschülerinnen. Eigentlich hat Deutges ein Atelier und bringt jedem, der möchte, das Nähen bei. „Für meine Schüler ist es das Größte, am Ende selbst etwas herzustellen“, so die Schneiderin.

Bei der Aktion jedenfalls steht alles im Zeichen der Hilfe. Hilfe für Frauen wie die Kaldenkirchenerin Hannelore Lehnen. Bei ihr wurde Brustkrebs diagnostiziert, und sie ist nach wie vor in Behandlung. „Nach meiner Operation habe ich auch ein solches Herzkissen bekommen“, erinnert sie sich. Das habe sehr geholfen und sie nutzt es noch heute. „Außerdem tut es gut zu wissen, dass andere Menschen umsichtig sind und helfen wollen“, so die 68-Jährige, die deshalb im Convent mit anpackt.

Völlig überrascht ist Deutges über so viel Hilfe. Damit hatte sie nicht gerechnet. Sie selbst schneidet fleißig Stoff zu. Ihr Gästezimmer sei schon voll mit fertigen Herzkissen. Ein engagierter Kaldenkirchener Betrieb hat sich bereit erklärt, weitere zu lagern, denn wann die nächste „Lieferung“ an die Frauenklinik in Neuwerk geht, weiß Deutges noch nicht. Aber die nähbegeisterten Frauen sind auf den Geschmack gekommen und fragen schon nach einem neuen Termin, um weitere zu nähen. ku