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Glabbacher Bruch in Nettetal-Hinsbeck leidet unter Trockenheit und Hitze

Krickenbecker Seen in Nettetal : Hitze und Trockenheit machen Krickenbecker Seen zu schaffen

Der Netteverband sieht vorerst keine Gefahr des Umkippens.

Der Wasserstand ist deutlich niedriger als sonst, das Wasser schleimig grün, und am Ufer stinkt es. Der Glabbacher Bruch, Teil der Krickenbecker Seen, leidet sichtbar unter Trockenheit und Hitze. Noch bestehe jedoch kein Grund zur Sorge, sagt Thomas Schmitz: „Es ist kritisch, aber die Seen drohen nicht umzukippen.“ Ändern könne sich das allerdings, wenn der Regen weiterhin ausbleibe, berichtet der Geschäftsführer des Netteverbands.

Auch Stefanie Pleines, Biologin bei der Biologischen Station Krickenbecker Seen, spricht von einer „ganz schwierigen Zeit“ für die Seen und ihre Bewohner. „Es ist eine Schieflage, die merkbar ist“, sagt sie. Gerade am Glabbacher Bruch würden Spaziergänger die Ausmaße sehen können. Unter anderem liegt der Wasserstand etwa zehn Zentimeter tiefer als sonst. Bei Hitze wachsen die Algen, welche wiederum durch den niedrigeren Wasserstand an den Ufern sterben. Dadurch stinkt es.

Die Algen sind für
Menschen nicht giftig

Allerdings beruhigt auch die Biologin: „Ein tieferer Wasserstand und die Algenbildung sind zu dieser Jahreszeit völlig normal.“ Erst am Dienstag habe sie die Wasservögel gezählt. „Die Zahl ist normal, und ich habe auch noch keine toten Vögel wie Enten gesehen“, berichtet Pleines. Gerade seien sogar Zugvögel wie Löffelenten auf dem Glabbacher Bruch zu sehen. „Sie fressen die Algen“, sagt Pleines. Zwar seien die Algen auch für den Menschen nicht giftig, wohl aber für Hunde nicht unkritisch. Sie empfiehlt, Hunde nicht ins Wasser zu lassen.

Laut Schmitz fehlen seit April etwa 30 bis 35 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Hinzu komme, dass die Grundwasserstände wegen des Trockensommers 2018 gefallen seien. Dadurch sei die Nette während der heißen Periode mit Temperaturen um die 40 Grad unterhalb des Poelvennsees auch mal trocken gefallen. Allerdings: „Vergangenes Jahr war es kritischer“, sagt Schmitz. Damals fehlten etwa 40 Prozent des Niederschlags, dazu war es länger am Stück trocken.

Um ein Umkippen der Seen zu verhindern, wurden 2018 einige belüftet. Wenn es lange sehr warm ist, können sie keinen Sauerstoff mehr aufnehmen, darum wird er zugeführt. In diesem Jahr sei das in Nettetal noch nicht passiert, sagt Schmitz. Er sieht die Methode kritisch. „Der Sauerstoff wird dabei nur punktuell zugeführt“, sagt er. Es sei unklar, ob das für einen ganzen See und seine Bewohner ausreiche. So bleibt im Moment nur die Hoffnung auf Regen.

(emy)