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GdG Nettetal lädt wieder zum Nettetaler Krippenweg ein

In den Kirchen in Nettetal : Krippenweg in Nettetal geöffnet

Die GdG Nettetal öffnet an zwei Sonntagen ihren Krippenweg. In sieben Kirchen können, über das ganze Stadtgebiet verteilt, kunstvolle Krippen entdeckt werden. Die Krippe in St. Peter Hinsbeck ist 100 Jahre alt.

(hb) „Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“ An zwei Sonntagen, am 26. Dezember und am 2. Januar, ist der Krippenweg der GdG Nettetal geöffnet. Der Nettetaler Krippenweg lädt seit nunmehr neun Jahren in die Kirchen der Nettetaler Stadtteile ein. Die mit viel Leidenschaft aufgebauten Krippen verzaubern alle Jahre wieder Jung und Alt, sie verbildlichen den Ursprung des Weihnachtsfestes mit vielen Figuren und liebevollen Details in ihrer Darstellung.

In diesem Jahr nehmen am Nettetaler Krippenweg teil: Pfarrkirche St. Lambertus, Am Kastell 3, Breyell, Pfarrkirche St. Peter, Wankumer Straße 3, Hinsbeck, Pfarrkirche St. Clemens, Kehrstraße 30, Kaldenkirchen, Pfarrkirche St. Lambertus, Locht 1, Leuth, Alte Kirche, Am Treppchen 1, Lobberich, Pfarrkirche St. Sebastian, An St. Sebastian 1, Lobberich, und Pfarrkirche St. Anna, An der Kirche 7, Schaag. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen kann in diesem Jahr ein Teil weiterer Krippen nicht oder nur eingeschränkt besucht werden. Für die Verantwortlichen der GdG Nettetal wäre eine komplette Absage aber keine Alternative gewesen: „Kirche muss für die Menschen da und offen sein! Mit kreativen Ideen ist es den meisten Pfarrgemeinden gelungen, die Besichtigung der Krippen weiter möglich zu machen“, so Christoph Voormans vom Krippenteam St. Sebastian in Lobberich.

Nur vier Krippen nach Verfahren von Brüx gestaltet

Ein besonderes Jubiläum kann St. Peter in Hinsbeck feiern. Dort ist die Krippe hundert Jahre alt geworden. Josef Thodam, ein wohlhabender Bauer aus Oirlich, stiftete nach einer überstandenen schweren Krankheit seiner Pfarrgemeinde 1921 eine Krippe. Geschaffen hat sie der Klever Bildhauer Gerd Brüx. Die in Stoffe und Leder gekleideten Figuren sind etwa 30 bis 40 Zentimeter groß. Die Figuren wurden nach einem von Brüx erfundenen Verfahren aus Papier, Cellulose, Gips und Leim geformt. Es soll nur vier Krippen nach diesem Verfahren geben. Neben der Hinsbecker existieren weitere in der Heilig-Kreuz-Kirche in Dortmund, in der Pfarrkirche St. Peter in Recklinghausen und im Hause einer Enkelin des Künstlers in Berlin.

Bei der Hinsbecker Krippe handelt es sich um eine typische Landschaftskrippe mit viel Moos, Steinwegen und Wüstensand. Sie besteht nicht nur aus einem Stall mit Ochse und Esel. Dazu kommen Herberge, Pferdestall, Waldhaus, Lagerfeuer und Ziehbrunnen. Heute bevölkern 31 Figuren, 21 Schafe, zwei Pferde und ein Kamel die Szene. Erzählt wird, dass der Hirte, der dem Jesuskind am nächsten steht, das Gesicht des Stifters haben soll. Noch heute sind die Figuren im Originalzustand erhalten, die Landschaft und die Gebäude wurden im Laufe der Zeit mehrfach verändert. Zum 100-jährigen Bestehen der Krippe wurde die komplette Krippe im Jahr 2020 restauriert. Dazu konnte man einen der letzten hauptberuflichen Polychromateure, den 80-jährigen Krippenbauer Hans Rommen aus Kevelaer, gewinnen. Um einen Teil der Kosten aufzubringen, wurden Patenschaften für einzelne Figuren an Interessierte vergeben. Die Patenschaft für eine Figur oder einen Engel kostete 100 Euro, für große Tierfiguren 75 Euro, stehende Schafe und Ziegen zehn Euro und liegende fünf Euro.

Noch älter könnte die Krippe in der Alten Kirche in Lobberich sein. Ihr Ursprung wird auf das frühe 20. Jahrhundert geschätzt. Sie stand ursprünglich in einer Kirche in Krefeld-Fichtenhain und besteht nur aus den drei Figuren Maria (kniend), Josef (stehend) und Jesus-Kind. Draußen vor der Alten Kirche hat der Verkehrs- und Verschönerungsverein Lobberich eine große Brettkrippe aufgestellt. Die vom Holzschnitzerehepaar Manfred und Erika van de Sandt aus Tönisvorst geschaffene neue Krippe hatte beim Adventsmarkt 2019 Premiere.

Weitere Termine zur Besichtigung  einzelner Krippen findet man in den Sozialen Medien unter #Nettetaler Krippenweg und im Internet:

www.nettetaler-krippenweg.de