Fachwerk für Naturschutzhof

Fachwerk für Naturschutzhof

Die Planung begann vor mehr als einem Jahr. Nach der Fertigstellung können in dem barrierefreien Gebäude historische Geräte untergestellt werden.

Lobberich. Auf dem Nabu-Naturschutzhof im Sassenfeld ist ein neues Fachwerk-Haus zum Unterstellen von landiwrtschaftlichen Geräten fertig. „Erhaltet und bewahrt die biologische Vielfalt“, mahnt eine geschnitzte Inschrift über dem Eingang zum Neubau. Lukas Kremers (19 Jahre, Boisheim), seit August Bufdi (Bundes-Freiwilligendienstler) auf dem Nabu-Hof, schnitzte mit Helfern vom Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) die Silhouetten von heimischen Fischen, Insekten, Säugetieren und Vögeln sowie die Inschrift „Erhaltet und bewahrt die biologische Vielfalt“.

Exakt 1500 Baumscheiben (Rundholzstempel) verlegten Heinz Maibaum, einer der Gründer des Lobbericher Nabu-Hofes, und Heinz Schmitz, Vorsitzender des Fördervereins, in den vergangenen Wochen in dem Fachwerkhaus. In dem 25 Quadratmeter großen Gebäude werden historische Geräte wie Ackerpflüge, Eggen, Kartoffel-Quetschen, Waagen, Milchkannen, Pferdegeschirre, ein Spinnrad und andere Geräte untergestellt.

Die Idee für das Haus, in dem bäuerliche Geräte geschützt vor Witterungseinflüssen untergestellt und zur Besichtigung für Besucher präsentiert werden können, entwickelten Heinz Maibaum und Heinz Tüffers, der Netettaler Nabu-Vorsitzende, schon vor mehr als einem Jahr. Nachdem die Sparkassenstiftung Mitte vergangenen Jahres 9700 Euro für den Bau bewilligte, konnten die Arbeiten begonnen werden.

Das tragende Ständerhaus-Gerüst baute Schreinermeister Dieter van de Ven (Hinsbeck). Die Lehmziegel sponserte Peter Breidenbach (Süchteln), verlegt wurden sie von Dachdeckermeister Jörg Jansen (Hinsbeck). Für den Rest sorgten ehrenamtliche Helfer.

„Das Haus wurde nach alter Fachwerk-Technik gebaut“, sagt Heinz Maibaum, der sich über die Hilfe von Kurt Lemke und Christiane Bertrams bei der Verfachung der Holzständer mit Lehm freute. Maibaum, der bereits die Ideen für das rollstuhlgerechte Hochbeet und den ebenfalls barierrefreien Hochteich entwickelte, legte auch diesmal Wert auf einen rollstuhlgerechten Zugang zum neuen Fachwerkhaus.

Wie biologische Vielfalt in jedem privaten Gartenhaus und in privaten Gärten erhalten und gefördert werden kann, zeigt der Naturschutzhof. Im neuen Fachwerkhaus gibt es auch praktische Anregungen: Im Giebel an der Innenseite ist ein Brutkasten für Schleiereulen und Fledermäuse montiert. Die östliche Giebelseite ist mit alten Schindeln versehen, so dass in den Ritzen Insekten heimisch werden können.

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