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Ein Buch über die Nettetaler Band „Black Pudding“

Ein Buch über die Nettetaler Band „Black Pudding“

Pianist Jürgen Ucher hat die Geschichte der Nettetaler Band „Black Pudding“ in einem Buch festgehalten. Heute Abend ist eine Lesung.

Nettetal. Die wilden Jahre sind vorbei: „Ehrlich gesagt, damals haben wir manches übertrieben, das dürften wir heute so wohl nicht mehr“, schmunzelt Jürgen Ucher. Auch wenn es bei der Band „Black Pudding“ mittlerweile gesitteter zugeht — es gibt sie immer noch, „die kleinen Beatles vom Niederrhein“, wie es im Untertitel des Buches heißt.

„Unser erster Auftritt war im Hühnerstall in Bracht-Heidhausen“, schildert der Autor gleich zu Anfang im Buch. Natürlich war es ein ehemaliger Hühnerstall. Und es sollten bald größere Säle und attraktivere Gigs folgen.

„Black Pudding“ — vielen Nettetalern ist die Kapelle seit rund vier Jahrzehnten ein Begriff. Eine Rockband, die in den ersten Jahren Hits coverte und sich dann an eigene Stücke wagte. „Wir hatten eine eigene Single, so eine kleine Vinylscheibe, und zwei CDs“, erzählt Ucher stolz. Später prägten auch Stimmungslieder das Repertoire — und so wurde die Band gern gesehener Gast bei vielen Festen am Niederrhein.

„Irgendwie war es bei uns doch wie bei den Beatles, ein paar Freunde fanden sich zusammen und wollten Musik machen“, meint Ucher. Den nicht ganz ernst gemeinten Vergleich schildert er im Buch ausführlich. Der 57-Jährige gehört zu den Gründungsmitgliedern, lernte den Spaß am Klavier beim berühmten Chorleiter Johannes Menskes. Beschreibt im Buch, wie damals Effekte bei Aufnahmen erzeugt wurden: Man drehte einfach „den Wasserhahn an der Spüle in der Bar“ auf — tolles Geräusch!

Eigentlich sollte die Band „Blutwurst“ heißen, erinnert sich Ucher, doch das klang wohl auf Englisch besser: „Black Pudding“ eben. Die Geschichte der Gruppe steht auch für manche Episode im Nettetaler Kulturleben, von den Anfängen des Turmfestes am Lambertimarkt bis zu legendären Auftritten im Saal Kreuels.

Den ganz großen Karrieresprung verpasste die Band: „Wir hatten sogar einen Manager, tolle Möglichkeiten, aber wir trauten uns nicht so recht. Schade eigentlich“, meinte Ucher heute. Stoff genug gibt die Geschichte trotzdem her, „vor allem Anekdoten“. So ist das Buch amüsant zu lesen mit hohem Wiedererkennungswert: Viele Nettetaler kommen drin vor, die eine Rolle spielten in der Karriere der „kleinen Beatles vom Niederrhein“.