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Drei innovative Projekte mit Heimapreisen ausgezeichnet

Engagiert für die Heimat : Innovative Ideen ausgezeichnet

Acht Projekte hat die achtköpfige Jury gesichtet, am Mittwochabend verlieh Bürgermeister Christian Küsters im Ratssaal den mit insgesamt 5000 Euro dotierten Nettetaler Heimatpreis 2022. Wer hat gewonnen?

(hb) Wenn Menschen Nettetal l(i)ebenswerter machen, kann nicht nur Nettetal gewinnen, gewinnen auch die Nettetaler. Acht Projekte hat die achtköpfige Jury gesichtet, am Mittwochabend hat Bürgermeister Christian Küsters (Grüne) im Ratssaal den Heimatpreis 2022 verliehen. Den Hauptpreis, dotiert mit 2500 Euro, erhielt das Team von „Li(f)ve am Wenkbüll“. Sie starteten im Sommer in Lobberich zwei Hutkonzerte auf dem Platz vor dem Alten Rathaus. Der zweite Preis in Höhe von 1500 Euro ging an Noch-immer-Karnevalsprinzessin Silvia I. (Schmidt) und Annette Eßer alias Achnes Kasulke für ihr Videoprojekt „Nettetal unter einer Narrenkappe“. Den dritten Heimatpreis, verbunden mit 1000 Euro, nahm Nicole Terstappen für ihre „Alte Fabrik“ in Kaldenkirchen entgegen. Das Geld stellt das Land NRW zur Verfügung. Aus dem Landtag war Dietmar Brockes (FDP) zur Feier gekommen.

Die Idee, den Alten Marktplatz
zu beleben, wurde Wirklichkeit

Laudator und Vize-Bürgermeister Harald Post (CDU) freute sich, dass aus der Idee, den Alten Marktplatz zu beleben, eine „wunderschöne Wirklichkeit“ geworden sei. Den Preis nahm Klaudia Rudat entgegen, sie brachte ihr ganzes Team mit. Rudat zog vor zehn Jahren aus Erkelenz nach Lobberich. Immer, wenn sie nach Hause gekommen sei, habe sie bedauert, dass dieser schöne Platz ständig so verwaist aussehe. Mehr Gastronomie dort anzusiedeln, hat nie so richtig geklappt. Mit ihrem Lebensgefährten Norbert Müller, Nettetals Kämmerer, startete sie eine private Initiative und fand schnell Verbündete: Wirt Willi von der Ratsstube und Ursula Funken, Inhaberin von Tal-Würze zudem den Werbering, den Verkehrs- und Verschönerungsverein Lobberich sowie den Arbeitskreis Alte Kirche. In diesem Sommer hat es „Li(f)ve am Wenkbüll“ geschafft, zwei der drei geplanten Konzerte konnten stattfinden. Statt der erwarteten 80 Zuhörer kamen rund 500 Leute: Die Ratsstube schenkte Bier aus, Tal-Würze baute einen Wein-Stand auf. Die Kosten für Wasser, Strom und die Gema-Gebühren wurden privat übernommen. Norbert Müller, der vor 36 Jahren noch im Alten Rathaus gestartet war, freute sich sehr über die Würdigung. Im Team wird überlegt, sich einen Verstärker anzuschaffen. Das nächste Konzert soll am 3. Juli stattfinden. Das wird die richtige Begleitmusik für den Ruhestand, denn Müller hört in vier Monaten auf.

Vize-Bürgermeisterin Claudia Jacobi (FDP) würdigte Silvia Schmidt und Annette Eßer für ihre Initiative „Nettetal unter einer Narrenkappe“. In Zeiten ohne Sitzungskarneval starteten beide ein Video-Projekt mit allen lokalen Tanzgarden: Diese zeigen für einen 90-minütigen Film, der im Internet abrufbar ist, ihr Können auf der Bühne des leeren Seerosensaals. Zudem sammelten die beiden Geld für das Tanzkorps der Stadtgarde Weiß-Rot Ahrweiler, das durch die Flutkatastrophe alle Kostüme verloren hatte. Kulturausschussvorsitzende Renate Dyck (SPD) würdigte Nicole Terstappen, die jetzt die Alte Fabrik an der Venloer Straße nach jahrelanger Sanierung wiedereröffnet hat. Der „genialen Mischung aus Kunst und Kitsch“ könne sich niemand entziehen, der Mix aus Salon und Eventlocation, Bühne, Zeichenschule und Treffpunkt fasziniere alle. „Einfach wunderbar“, so Dyck.