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Bürgerbüro bald mit neuer Leitung

Bürgerbüro bald mit neuer Leitung

Schon Mitte Dezember soll die Personalie für die Gemeinwesenarbeit in Speckerfeld stehen.

Nettetal. Geld hat die Stadt eigentlich keins. Ausgeben muss sie es trotzdem. Denn auch das soziale Miteinander hat seinen Preis. Weshalb der Stadtrat am Donnerstag einen Schlussstrich unter wochenlange Querelen zog und einstimmig beschloss, spätestens ab Februar die Leitung des Bürgerbüros Breyell einer Fachkraft zu übertragen. Schließlich, so Bürgermeister Christian Wagner (CDU), sei Nettetal „in der Sozialstruktur hervorragend aufgestellt“. Und das soll so bleiben.

Eine Kehrtwende also. Dabei hatte sich noch vergangene Woche die Verwaltung gesträubt, die Stelle kurzfristig neu zu besetzen. Doch der Erste Beigeordnete Armin Schönfelder wurde im Sozialausschuss für seine „Verzögerungstaktik“ heftig kritisiert (die WZ berichtete). Schönfelder wollte eigentlich ein Übergangskonzept fürs Bürgerbüro entwickeln, verwies dabei auch auf die „angespannte Haushaltslage“.

Doch angesprochene Träger, Wohlfahrtsverbände und Kirchen, unter deren Regie und mit deren Personal das Bürgerbüro laufen soll, hielten nichts von einer Übergangslösung. Und die Bürger in Speckerfeld, wo 2200 Menschen aus zwölf Nationen leben, waren sauer.

Seit 1. November war die Stelle im Bürgerbüro unbesetzt, dazu gab’s widersprüchliche Informationen: So hieß es damals aus dem Rathaus, die letzten Bewerbergespräche liefen gerade — was aber offensichtlich gar nicht stimmte. Der nun im Rat von Schönfelder verkündete Zeitplan sieht so aus: Dienstag soll der Ausschuss für Schule und Familie die Verwaltung beauftragen, von den potenziellen Trägern bis zum 9. Dezember personelle Angebote einzuholen; am 14. Dezember soll der Rat entscheiden, wer künftig das Bürgerbüro leitet. Auf Anfrage von Guido Gahlings (Grüne) erklärte Schönfelder, die Stelle solle zunächst für zwei Jahre mit 15 Wochenstunden besetzt werden; nach einem Jahr werde geprüft, „ob 15 Stunden reichen“. Und zwar unabhängig davon, wie viel Geld das die Stadt kostet.