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Bei Weihnachtspäckchen-Aktion der Nettetaler Tafel kamen 300 zusammen

Nettetal : Nettetaler Tafel verteilt Geschenke

Neben Lebensmitteln wartete auf die Besucher der Nettetaler Tafel auch eine Überraschung.

Frohe Weihnachten für alle. So war die Weihnachtsaktion der Nettetaler Tafel für sozial benachteiligte Menschen überschrieben. Am Freitag, 13. Dezember, konnten die gespendeten Päckchen abgegeben werden. 300 sind in diesem Jahr zusammengekommen. Und die „schöne Bescherung“ ist auch schon in allen Ortsteilen vollzogen.

Bei der Weihnachtspäckchen-Aktion machten auch die Pfadfinder der Pfarrgemeinde St. Peter mit. „„Wir haben in den Gruppenstunden über das Thema Teilen gesprochen. Schnell waren wir uns einig, dass wir aktiv werden müssen“,“ beschreibt Ruth Göbbels, Leiterin der Hinsbecker DPSG-Pfadfinder, die Motivation der sechs- bis zwölfjährigen Wölflinge und Jungpfadfinder. Schnell wurden Eltern und Großeltern überzeugt, diese tolle Aktion der Nettetaler Tafel zu unterstützen. So füllte sich der Gruppenraum im Hinsbecker Jugendheim und alles wurde dann liebevoll verpackt in Kartons. „Insgesamt wurden es 40 Pakete, die sie der Tafel übergeben konnten“, freuten sich die Kinder mit ihren Gruppenleitern.

Und auch die Damen der „Nettetaler Tafel“ waren begeistert vom Engagement der Hinsbecker. Denn zu den 40 Paketen der Pfadfinder kamen noch einmal mehr als 40 Pakete aus der Bevölkerung. „Hier erleben wir, wie Teilen Spaß macht. Schön ist es, wenn die Aktion unserer Pfadfinder im nächsten Jahr Nachahmer findet und so jedem Kunden der Tafel eine kleine Freude zu Weihnachten gemacht werden kann“, freute sich Ralf Schröder, Vorsitzender im Sachausschuss Jugend der Pfarrgemeinde über das Engagement der Hinsbecker.

Insgesamt 1000 Klienten sind bei der Nettetaler Tafel registriert, darunter 400 Kinder und 100 Rentner. Vor drei Jahren waren es in der Spitze sogar 1200 Klienten, darunter viele Flüchtlinge, die jetzt nicht mehr in Nettetal leben.

Die Tafel wurde im Jahr 2005 gegründet, seit 2017 ist Michael Althoff (65) Vorsitzender der Tafel. Anders als die meisten Tafeln im Lande hat Nettetal keine zentrale Ausgabestelle. Die Nettetaler Tafel fährt regelmäßig Parkplätze in Breyell, Hinsbeck, Kaldenkirchen, Lobberich, Schaag und Leutherheide an. Dort werden die Lebensmittel ab Wagen ausgegeben. Dieses System aus Sammeln und Ausgeben hält ein Team aus knapp 50 Helfern aufrecht, die meisten von ihnen wie Michael Althoff Rentner, die sich ehrenamtlich engagieren.

Ohne die Lebensmittelspenden aus Einzelhandel und Landwirtschaft gäbe es wenig zu verteilen. Von Mars gibt es Reis und Nudeln. Kartoffeln, Champignons und Tomaten kommen direkt von regionalen Erzeugern, auch der Einzelhandel gibt Reste ab. Bei Rewe können Kunden für fünf Euro eine Tüte mit haltbaren Lebensmitteln kaufen. 600 Tüten sind auf diese Weise für die Nettetaler Tafel zusammen gekommen. Auch Aldi Süd bietet die Aktion Kauf eins mehr an.

In dieser Woche fährt der Wagen der Tafel am Montag nach Lobberich und Hinsbeck, um Lebensmittel zu verteilen, am Freitag wieder Kaldenkirchen und Breyell. Nach den Festtagen werden wieder im Handel viele Waren anfallen, schätzt Althoff aus Erfahrung. Wenn Kinder beim Abholen dabei sind und sich freuen, dann mache das alle Helfer im Team glücklich.

Die Arbeit bei der Tafel ist keine leichte, es müssen viele Kisten geschleppt werden. Die Ehrenamtler  wollen nicht nur Lebensmittel vor der Vernichtung retten, sondern die soziale Not lindern. Althoff: „Wir werden die Welt nicht verändern, aber ein paar Lichtblicke bringen.“