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Aufwärtstrend für das Kindertheater

Aufwärtstrend für das Kindertheater

Die Vorstellungen für den Nachwuchs waren sehr gut ausgelastet. Nach Einbrüchen beim Erwachsenen-Abo 2 gehen die Verkaufszahlen wieder nach oben.

Nettetal. Begeisterung klingt anders: „Das neue Programmheft ist nicht wirklich schön“, klagte Vera Gäbler (CDU) im Kulturausschuss am Dienstagabend im Rathaus. Mit der Kritik stand sie nicht allein da. „Größere Sorgen“ bereiteten jedoch die Zahlen der Theater-Abos: Da gab es in der letzten Spielzeit laut Ausschussvorsitzender Renate Dyck (SPD) „Einbrüche“.

Schön reden wollte auch Armin Schönfelder die Entwicklung nicht: Der Kulturdezernent gab zu, das Abo 2 habe „nicht so hohen Zuspruch“ erfahren, sei „ein wenig eingebrochen“. Tatsächlich gingen die Verkaufszahlen und damit die Einnahmen um rund ein Drittel zurück.

Während Abo 1 ähnlich wie in der vorherigen Spielzeit über 300-mal verkauft wurde, sank die Zahl beim Abo 2 von mehr als 230 auf 157. Einnahmenrückgang: knapp 11 000 statt 16 000 Euro. Deshalb sanken die Abo-Einahmen von 55 000 Euro auf weniger als 48 000 Euro.

Immerhin verzeichnete Kultur-Chef Roger Dick für die neue Spielzeit eine positive Tendenz bei den Abo-Vorverkäufen: Schon jetzt sei die Gesamtverkaufszahl des Vorjahres von 700 für alle Abos „fast erreicht“.

Weshalb Schönfelder davon ausging, der Verkaufseinbruch beim Abo 2 sei ein einmaliger Ausrutscher. Ausgleichend wirke zudem die seit einigen Jahren stetig wachsende Zahl der Einzeltickets fürs Theater.

Erfreulich allemal die Entwicklung beim Kinder- und Jugendtheater: Schien das Kulturangebot für Jüngere in den vergangenen Jahren fast schon auf der Kippe zu stehen, weil das Interesse sank, war die Werner-Jaeger-Halle bei den Aufführungen in der vergangenen Spielzeit „sehr gut ausgelastet“. Wobei die Stadt sich aus Prinzip die Kultur als Zuschussgeschäft etwas kosten lässt.

Viel gekostet hat auch das neue Programmheft, das jetzt größer und moderner daherkommt. Dafür allerdings, nebenbei bemerkt, mit auffällig vielen Rechtschreib- und Grammatikfehlern. Neben Gäbler und Tanja Jansen (SPD) zeigte sich auch Andrea Brönner (Grüne) „sehr irritiert“, der „Wiedererkennungswert“ sei dahin. Zu loben sei lediglich „die größere Schrift“ für ältere Kulturinteressierte.

Schönfelder entgegnete, mit der Unternehmensberatung Experconsult fahre die Stadt eine „neue Design-Linie“ für alle Werbe- und Imagebroschüren — und eben auch für das Programmheft.