Auf den Spuren der Familie von Bocholtz

Auf den Spuren der Familie von Bocholtz

Das Ehepaar Optendrenk führte gestern durch das historische Lobberich.

Lobberich. Wo sonntags eigentlich kaum jemand auf den Straßen der Fußgängerzone zu finden ist, herrschte gestern reges Treiben. Der Tag des offenen Denkmals lockte auch in Lobberich viele Besucher an. Das Motto lautete „Romantik, Realismus, Revolution — das 19. Jahrhundert“.

Eröffnet wurde die Veranstaltung auf dem Alten Markt durch Bürgermeister Christian Wagner. Dort stand auch ein Infozelt, in dem Bilder von Lobberichs Denkmälern ausgestellt waren. Diese hatte der Fotograf Helmut Heesen eigens für den Denkmal-Tag angefertigt.

Vom Marktplatz aus gab es Führungen durch das historische Zentrum Lobberichs mit Heimatforscher Theo Optendrenk und seiner Frau Greta van der Beek-Optendrenk. Dabei erfuhren die Besucher etwas über das alte Rathaus und den Marktplatz. Letzterer hatte etliche Jahre keine einheitliche Bebauung, da noch in den 50er und 60er Jahren Bauernhöfe entfernt und durch neue ersetzt worden waren.

Weitere Station bei der Führung war das Haus der Bongartzstiftung. Die gemeinnützige Einrichtung ist heute im Besitz der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Auch die mit 400 Jahren wahrscheinlich älteste gastronomische Einrichtung, das Hotel Stadt Lobberich, stand Interessierten offen. Das Gebäude war seit 1828 Lobberichs erste Poststation.

Weiter ging’s zur Burg Ingenhoven samt Park, bei der Theo Optendrenk besonders auf das Geschlecht der Familie von Bocholtz einging. Vorbei am Holocaust-Denkmal endete die Führung schließlich in der Alten Kirche. Diese wurde im Februar 1945 durch den Einschlag einer fehlgeleiteten V 1-Rakete stark beschädigt. Im Laufe der Zeit wurde sie in Stand gesetzt, es konnten wieder Gottesdienste stattfinden.

Der Name Lobberich stammt, so war zu erfahren, vom Fluss Ludbach, an dessen Ufer die ersten Höfe, Mühlen und Burgen entstanden. Erstmals erwähnt wurde Lobberich um 988. Das 1000-jährige Bestehen wurde folgerichtig 1988 gefeiert. Seither beschäftigt sich auch Theo Optendrenk mit der Geschichte der Stadt. yeg

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