30-Jahr-Feier in der Stadtbücherei Nettetal

Breyell : Nettetaler Stadtbücherei wird 30 Jahre alt

Zum Jubiläum gibt es eine Feierstunde und viele Veranstaltungen.

„Nettetal hat ein neues Kulturzentrum“ hieß es am 22. Mai 1989. Zusammen mit der Werner-Jaeger-Halle in Lobberich für Theater und Kunstausstellungen sowie dem Bürgerhaus in Kaldenkirchen als Begegnungsstätte sorge nun die Bücherei in Breyell für eine gewollte Auffächerung des städtischen Kulturspektrums. 30 Jahre später feiert die Stadtbücherei an der Lobbericher Straße runden Geburtstag und hat dafür zwei Wochen Festprogramm vorgesehen.

Allerdings wird nicht die Einrichtung in diesem Jahr drei Jahrzehnte alt. Die Bücherei an sich und auch die heutige Zweigstelle in Kaldenkirchen gebe es schon deutlich länger, sagt Ulrich Schmitter, der 1983 erster hauptamtlicher Bibliothekar wurde. Damals sei die Einrichtung im alten Breyeller Rathaus mit rund 20 000 Medien ziemlich vollgepackt gewesen. Für die Kinderabteilung habe es bloß einen Raum gegeben, erinnert sich Schmitter. Schnell habe festgestanden, dass eine Erweiterung her muss.

Der Eingangsbereich soll in diesem Jahr erneuert werden

So zog die Bücherei 1988 mit Sack und Pack in ein paar Räume in der Hauptschule Breyell um, währenddessen wurde der Erweiterungsbau hinter dem alten Gebäude errichtet. Ein Jahr später konnte die Bücherei zurück an die Lobbericher Straße, und „dann ging es richtig los“, sagt Schmitter. So feiert das Bücherei-Team heute eben den Neustart im drei Millionen Mark teuren Anbau.

Im Architektenwettbewerb hatte die Kombination aus moderner Glas-Stahl-Architektur der Kölner Architekten Walter von Lom überzeugt. Allerdings seien aus finanziellen Gründen damals einige Dinge „hinter über gefallen“, wie Schmitter berichtet. So seien etwa eine Treppe im Gebäude in Richtung Krämerstraße und die Beschattung gestrichen worden. Letztere zumindest soll nun nachgerüstet werden, sagt Bürgermeister Christian Wagner (CDU) bei der Vorstellung des Festprogramms. Auch Themen wie Beleuchtung und IT-Ausstattung wolle man weiterverfolgen. Erst vor wenigen Tagen kam die Zusage für eine Förderung mit Landesmitteln in Höhe von 22 000 Euro, die eine Erneuerung des Eingangsbereichs mit Theke noch in diesem Jahr ermöglichen soll. Der Sanitärbereich ist bereits erneuert, in den kommenden drei bis vier Jahren sollen sukzessive die Abteilungen erneuert werden, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen, einen Begegnungsort, an dem sich die Bürger gerne aufhalten. Bereits jetzt gibt es ein Lesecafé und kleine Sitzecken. Der bislang als Abstellraum genutzte Dachboden ist laut Schmitter ideal geeignet für Auftritte von Autoren und Musikern. Diesmal soll nicht an den falschen Stellen gespart werden. „Wir wollen, dass es ordentlich und gut ist“, sagt Wagner.

Heute sind in der Bücherei sechs Mitarbeiter beschäftigt. 1989 zählte die Einrichtung rund 59 000 Ausleihen, heute sind es gut 190 000. Einen Knick habe es Mitte der 1990er-Jahre gegeben, „als Gebühren eingeführt wurden“, erinnert sich Birgitt Mager, die seit 1989 im Team ist.

Erster Punkt im Geburtstagsprogramm ist die Ausstellung der Berliner Autorin und Illustratorin Nadia Budde, die eigens für die Bücherei ein neues Motiv entworfen hat. Bei der Vernissage am Freitag, 10. Mai, 19 Uhr, in der Stadtbücherei ist sie dabei. Bürgermeister Wagner wird die Ausstellung eröffnen. Der Kölner Journalist und Ausstellungsmacher Thomas Linden gibt eine Einführung, für die Musik sorgt die Gruppe Furiosef.

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