Multiresistente Keime in der Nette gefunden

Multiresistente Keime in der Nette gefunden

Das Problem sei die Tierzucht, sagt der BUND, der die Tests in Auftrag gegeben hat.

Kreis Viersen. Bei Gewässeruntersuchungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) sind in den Kreisen Viersen und Borken Keime entdeckt worden. In allen Proben haben Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum multiresistente Keime gegen Antibiotika gefunden, teilte der BUND mit. Als Ursache verweist er auf die in beiden Kreisen praktizierte Intensivtierhaltung.

Der BUND hatte acht Proben aus Bächen genommen und auf multiresistente Keime untersuchen lassen. Alle Entnahmestellen lagen den Angaben zufolge in der Nähe von Mastanlagen für Schweine, Kälber oder Geflügel. Die am meisten belastete Probe weise Keime auf, die gegen zwölf Antibiotika resistent seien.

Die Wasserproben seien im Vergleich mit Proben aus der Ruhr stärker und deutlich breiter mit antibiotika-resistenten Erregern durchsetzt, hieß es weiter. Der Umweltverband forderte die Landesregierung auf, landesweite Untersuchungen zu veranlassen und das Problem an der Wurzel anzugehen. Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung müsse reduziert werden.

„Obwohl es schwierig ist, aus Stichproben generelle Aussagen zu treffen, sprechen die Ergebnisse dafür, dass wir offenbar ein flächendeckendes Problem haben“, sagte der BUND-Gewässerschutzexperte Paul Kröfges. Es gebe einen Zusammenhang zwischen der Schweinhaltung in der Region und den antibiotika-resistenten Keimen: „Ursache dafür ist der noch immer zu hohe Einsatz von Antibiotika bei der Tierhaltung.“

Angesichts von fast 15 000 Toten jährlich in Deutschland durch nicht mehr behandelbare Infektionen und die sich abzeichnende Resistenz auch der letzten Reserve-Antibiotika sei die Politik gefordert, zu handeln, erklärte der BUND. Die Landesregierung müsse sofort ein umfassendes Untersuchungsprogramm starten. „Intensivtierhaltung, so wie diese im Kreis Borken und Viersen exemplarisch und tausendfach in Deutschland betrieben wird, ist für Tiere, Mensch und Umwelt ein großes Problem. Hier sind dringendst Veränderungen erforderlich“, sagte Kröfges. epd