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Kreis-CDU wählt Kandidaten

Kreis Viersen : Die Mehrheit hat entschieden

Die Kreis-CDU hat sich entschieden: Marcus Optendrenk und Guido Görtz ziehen neben Britta Oellers in den Landtagswahlkampf 2022.

Die Entscheidung ist gefallen: Mit 221 Stimmen konnte der Willicher CDU-Vorsitzende 60,1 Prozent der abgegebenen Stimmen als Landtagskandidat der CDU für den Wahlkreis Viersen I (Schwalmtal, Viersen,Willich) auf sich vereinigen. Seine Dülkener Konkurrentin Simone Gartz bekam 147 Stimmen, was einem Anteil von 39,9 Prozent entspricht.

Vor Beginn des Kreisparteitages in der Grefrather Eissporthalle herrschte bei Simone Gartz noch Zuversicht: “Dass wir einen spannenden Wahlkampf erleben und natürlich hoffe ich sehr, das ich mit meiner Rede überzeugen kann“, war ihre Hoffnung. Sie setzte auf die vielen Unentschlossenen unter den Mitgliedern. 

Guido Görtz schritt derweil durch die Reihen, begrüsste Mitglieder: „Ich bin so im Tunnel, fokussiere mich auf meine Rede.“ Dass die Entscheidung noch nicht eindeutig schien, unterstrich die Aussage des Willicher Bürgermeisters Christian Pakusch. „Ich bin angespannt, weil die Stimmung ist teils-teils:“

Marcus Optendrenks Kandidatur war ungefährdet

Ungefährdet war die Kandidatur des Kreisvorsitzenden und Landtagsageordtene  Marcus Optendrenk für den Wahlkreis Viersen II (Brüggen, Grefrath, Kempen, Nettetal, Niederkrüchten). Er erhielt 336 Stimmen (91,6 Prozent), hatte dafür bereits mit einer pointierten Begrüßungsrede den Grundstein gelegt. „In gut drei Wochen entscheidet sich, wie es in Deutschand weitergeht“, sagte er. Der Wind blase der Union kräftig ins Gesicht, man müsse um jede Stimme kämpfen. „Es geht um die Alternative zwischen einer guten Zukunft und einer linken Regierung.“ Olaf Scholz bezeichnete er als das „trojanische Pferd der deutschen Linken“, der Politiker wie Esken und Kühnert nach sich ziehe. „Lassen Sie uns ein Signal ausgeben für Geschlossenheit“, gab sich Optendrenk zuversichtlich, dass die CDU die führende Kraft im Kreis Viersen auch bei der Bundestagswahl bleiben kann. Später erinnerte er an die Erfolge von Schwarz-Gelb in vier Jahren Düsseldorfer Regierungszeit.

Die Vorgabe an die Kandidaten, sich jeweils zehn Minuten zu präsentieren, hielt nur Optendrenk  ein. Simone Gartz trug zwölfeinhalb Minuten, Guido Görtz 20 Minuten vor.

Simone Gartz ging gleich zu Beginn auf die „Frauen“-Debatte ein. „Warum sind wir alle heute hier – weil es darum geht, Mann oder Frau zu wählen ? Heute geht es vielmehr darum, dass wir eine starke Stimme für den Wahlkreis für die CDU nominieren.“ Dafür trete sie an.

Bedachtvoller Vortrag gegen offensive Rhetorik

Sie schlug den Bogen von ihrem Vater, von dem sie als Lokalpolitiker „früh gelernt“ habe, „die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen“ zum Thema Sicherheit. Es gebe viele als „Angsträume“ wahrgenommene Ecken und Geldautomaten, die wie in Viersen und Süchteln gesprengt würden. Dem solle man mit mehr Polizeipräsenz und grenzüberschreitenden Einsätzen entgegentreten, mit Bodycam und Videoüberwachung an neuralgischen Punkten.

Anschließend streifte sie viele politische Themen wie Anreize für junge Familien setzen, mehr Mehrgenerationenhäuser, „flexiblere und mobile Arbeitsplätze mit Home Office und Familienzeitkonten“, Kitabetreuung mit der Förderung von Tagesmüttern und eine zukunftsfeste Schullandschaft. Auch den Ausbau der Digitalisierung, die Landwirtschaft als „Säule der Gesellschaft“, die Stärkung des Einzelhandels und der Gastronomie, „smart-city-Konzepte“ mit e-commerce und gesundem Mobilitätsmix. eine flächendeckende medizinische Versorgung und den Erhalt der Krankenhäuser im Kreis hielt sie für wichtig. Und sie plädierte für nachhaltige ökologische Verkehrswege, den Ausbau von Schnellladesäulen und des ÖPNV und das Projekt S 28. “Sich mit Verstand und Leidenschaft für die Interessen der Bürger einzusetzen“ war ihr Angebot.

Guido Gartz präsentierte eine rhetorisch starke Rede, nutzte griffige Formulierungen wie „Das kenne ich – das kann ich – das mache ich“ oder „Görtz bewegt.“ Er hob seine langjährige politische Erfahrung und Vernetzung „zu Entscheidern auf Landesebene für den Heimatkreis Viersen“ und zum VRR  hervor.

Görtz plädierte er beim Thema “Mobiler Kreis Viersen“ für ein kreisweites Schnellbusnetz und die Verknüpfung der Verkehrsträger wie E-Bike-Sharing, Bus-on demand und Bahn als „Mobilität aus einem Guss.“ Es brauche optimierte Schienenverbindungen wie den Niers-Express, batteriebetriebene Fahrzeuge und neue Regionalbahnstrecken. In Sachen  Westverlängerung S 28 dürfe man sich nicht vom Umweltaktivisten aufs Glatteis führen lassen.  An seine Parteifreunde in Mönchengladbach gewandt sagte er: „Ihr steht schon auf dem Stau auf der A52. Steht nicht der Verkehrswende im Wege. Bewegt Euch.“

Görtz sprach sich für einen „sicheren Kreis Viersen“ mit einer guten Ausstattung von Feuerwehr und Rettungsdiensten und einen vorbeugenden Hochwasserschutz aus.  Er plädierte für die Nutzung „erstklassiger Gewerbeflächen“ und zugleich eines „Flächenverbrauchs mit Augenmaß“ für die Landwirtschaft und griff zum Schluss die „Herrenkult“-Debatte auf. „Das wird dem Innenleben der Kreis-CDU. Die CDU in die Nähe einer Sekte zu rücken, das passt überhaupt nicht. Ich möchte kein Mitglied in einer Partei sein, in der solche Bräuche gepflegt werden.“