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Kommentar: Familien wieder nah an der Dauer-Isolation

Kommentar : Nah an der Dauer-Isolation

Die Isolation macht den Leuten in Pandemiezeiten schwer zu schaffen. Aufgrund steigender Zahlen und Überlastungen in Labore wird sich dies wohl so schnell nicht ändern. Ein Kommentar.

Viele Familien, auch im Kreis Viersen, sind wieder da angekommen, wo sie keinesfalls mehr landen sollten: nah an der Dauer-Isolation. Grund sind nicht nur steigende Infektionszahlen, sondern besonders die überlasteten Labore.

Erst spät am Abend erreichen die Familien mittlerweile die Ergebnisse der Pooltests aus den Grundschulen und PCR-testenden Kitas. Und die sind immer öfter positiv, was schnelles Umplanen erfordert. Wenn das Ergebnis erst am Morgen kommt, sogar innerhalb von Minuten: alle Termine absagen, kurzfristiges Homeoffice anmelden oder Betreuung für das Kind in Quarantäne sichern, schnell Homeschooling organisieren.

Die Ergebnisse der PCR-Einzeltests kommen danach zum Teil erst zwei Tage später – und so lange sitzen ein Großteil der Kinder und ihre Eltern unnötig aber vorsichtshalber zuhause fest. So geschehen erst vergangene Woche an mindestens einer Kempener Schule.

Aber auch Erwachsene und ältere Kinder gehen zum Teil lange in die prophylaktische Isolation – wie ein Familienvater aus dem Kreis Viersen, der jüngst einen positiven Schnelltest hatte. Es folgte der PCR-Test, das Ergebnis kam erst nach vier Tagen. In der Zwischenzeit saß die Familie in der Isolation fest – geboosterte Elternteile theoretisch ausgenommen. Die Schule fragte nach einer Quarantäne-Anordnung des Gesundheitsamtes, der Arbeitgeber ebenfalls. Aber ohne positiven PCR-Test schickte das Amt zunächst auch nichts. Der positive Schnelltest musste reichen.

Mittlerweile sind alle weiter „in Freiheit“ – bis zum nächsten positiven Schnelltest, Pooltest oder Anruf aus dem Kindergarten. Denn nach der Quarantäne ist in vielen Familien derzeit vor der Quarantäne. Und solange Verdachtsfälle nicht wieder deutlich schneller aufgeklärt und PCR-Tests gezielter eingesetzt werden, wird das auch so bleiben.

stefanie.keisers@wz.de

Viele Familien, auch im Kreis Viersen, sind wieder da angekommen, wo sie keinesfalls mehr landen sollten: nah an der Dauer-Isolation.