„Zunächst jedes Blatt umdrehen“

Barbara Behrendt ist in Grefrath die neue Gleichstellungsbeauftragte. Die Nachfolgerin von Annemarie Quick arbeitet sich gerade intensiv ein.

Grefrath. Die Etagere mit Obst und Gemüse auf dem Schreibtisch fällt auf. Ebenso die Poster mit Sprüchen an den Wänden, die Keksdose und Kaffeemaschine auf der Fensterbank: Im Büro von Barbara Behrendt fühlt sich der Besucher direkt willkommen. Am Arbeitsplatz der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Grefrath herrscht keine typische Behördenatmosphäre. Und auch die jüngsten Besucher haben ihren eigenen Platz mit Kinderstühlen und -tisch, auf dem Malutensilien bereitliegen. „Die Möbel hatte ich noch von meinen Töchtern im Keller bei uns Zuhause“, sagt Barbara Behrendt.

Barbara Behrendt, Gleichstellungsbeauftragte, über den Umgang mit Überstunden bei abendlichen Terminen

Die 51-Jährige hat die Nachfolge von Annemarie Quick angetreten, die Ende Februar in den Ruhestand gegangen ist. Zuvor hat die gebürtige Lobbericherin im Bauamt als Sekretärin des damaligen Leiters Michael Räppel gearbeitet und sich zehn Jahre um Personalangelegenheiten des Bauhofs gekümmert.

Bereits in den vergangenen drei Jahren hat Behrendt Quick während deren Abwesenheit vertreten. „Das Thema Personal, der Umgang mit Menschen hat mich schon lange interessiert“, sagt Behrendt. Deshalb habe sie auch acht Jahre im Personalrat der Gemeindeverwaltung mitgemacht.

Einarbeiten in die verschiedenen Bereiche ihrer neuen Aufgabe — das ist im Moment die größte Herausforderung für die Gleichstellungsbeauftragte. Dazu zählen die Koordination von „Familienfreundliches Grefrath“, des Familienbesuchsdienstes, der Ehrenamtlichen, der Flüchtlingshilfe und der „Donnerstagsfrauen“, um nur die größten Bereiche zu nennen. Ebenso geht Barbara Behrendt zu den Treffen der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Viersen und sitzt dort im Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“. „Außerdem möchte ich jeden Ausschuss der Gemeinde besuchen, um mich dort vorzustellen“, sagt die Grefratherin.

Also Termine, Termine und viele davon am Abend. „Dafür gönne ich mir nun morgens etwas mehr Zeit, um den Tag Zuhause zu beginnen“, sagt Behrendt. Das sei im Bauhof nicht möglich gewesen, dort hätte sie immer früh im Büro sein müssen.

Nebenbei versucht die Gleichstellungsbeauftragte, ihre eigene Ordnung zu finden: „Dazu muss ich jedes Blatt, das Frau Quick abgeheftet hat, in die Hand nehmen und selbst bewerten.“ Da bliebe im Moment nicht viel Zeit für anderes. Doch wenn sie so richtig im Thema sei, dann wolle sie auch eigene Ideen einbringen.

Dazu hat Behrendt schon einmal einen Platz an ihrer Pinnwand im Büro eingerichtet, wo sie Ideen lagert, um sie bei Zeiten in Angriff zu nehmen. Eine davon verrät sie der WZ: eine Spielplatz-Rallye für Kinder.

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