Zucht: Wo die Katze König ist . . .

Zucht: Wo die Katze König ist . . .

Eine ganz bestimmte Rasse aus den USA hat es Beate und Claus Hettig besonders angetan: Maine Coon.

Grefrath. „Hier ist die Katze König“ steht auf einem Schild neben der Haustür. Das stimmt: Im großen Wohnzimmer stehen Kratzbäume, Laufstall, Trinkbrunnen, Futter und etliche Spielzeuge. Doch wo sind die Könige? Beate Hettig zeigt in den Garten und sagt: „Willkommen im Katzenknast.“ Auch das stimmt: Das Grundstück ist mit einem hohen grünen Gittermattenzaun umrandet, an dem oben elektrische Weidezaun-Drähte angebracht sind. Ähnlich sind Haus und Gartenschuppen verdrahtet: ausbruchsicher.

Beate Hettig, Züchterin, über Maine-Coon-Katzen

Und dort, im Knast, toben auf dem Rasen, im Kirschbaum und auf einer Baumruine, die nur noch aus Stamm und dicken, kurzen Ästen besteht, 13 Katzen. „Das sind unsere Kinder“, sagt Hettig. Die 51-Jährige und ihr Mann Claus züchten Maine Coon — mittelgroße Samtpfoten mit langem Fell.

Angefangen hat die Katzenleidenschaft vor 16 Jahren mit Lucky, einem schwarzen Siam-Mix. Dann kamen zwei norwegische Waldkatzen, Jenny und Murphy, bevor die Maine Coons Einzug hielten. „Sie ähneln mit ihrem plüschigen Schwanz noch den Wildkatzen“, sagt Hettig.

„Mit dem Züchten“, erzählt die gebürtige Anratherin, „haben wir erst angefangen, als mein Mann in Altersteilzeit gegangenen ist. Schließlich sollte immer jemand zu Hause sein.“ Mit der heute dreijährigen rot-bunten Lizzy legte das Ehepaar los. Aus dem ersten Wurf ist die schwarz-bunte Annelie geblieben.

Seitdem ist der zugekaufte rotgetigerte Deckkater Nobby für die beiden Katzendamen zuständig. Und deshalb bevölkern kleine schwarz oder rot/rotweiß-getigerte, sechs Monate alte Fellknäuel Haus und Garten.

„Eigentlich haben wir selbst nur sieben Katzen. Doch aus dem letzten Wurf sind noch fünf hier“, sagt Hettig, die ebenfalls nicht mehr berufstätig ist. Sie gibt ihre „Babys“ nicht leichtfertig ab. Die Jungtiere bleiben mindestens 14 Wochen bei der Mutter, denn die verpasst ihnen noch die richtige Erziehung. Auch werden die Bewerber gründlich geprüft. Hettig: „Es gibt Gespräche. Und wir bringen die Katzen in ihr neues Zuhause.“ Zudem behält sich das Paar vor, nach einiger Zeit noch einmal nach dem Rechten zu sehen.