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Zu wenig Parkplätze für Pendler am Bahnhof

Zu wenig Parkplätze für Pendler am Bahnhof

Einen breiten Streifen in Bahnhofsnähe hat die Stadt für Reisebusse reserviert. Anwohner Peter Geerkens befürchtet Probleme.

Kempen. Bislang gibt es nur einen Hinweis-Zettel hinter die Scheibenwischer, der über die Änderung informieren soll. Doch „in Kürze“ will die Stadt Kempen nach eigener Aussage auch Knöllchen verteilen, wenn Autos verbotenerweise auf dem Parkstreifen an der Schorndorfer Straße hinter dem Bahnhof stehen.

War das Parken dort, in Höhe des Finanzamts, noch vor wenigen Wochen erlaubt, weisen nun Schilder die Pkw-Fahrer darauf hin, dass nur Reisebusse an dieser Stelle abgestellt werden dürfen. Vier Fahrzeuge dieser Art passen auf den Streifen.

Peter Geerkens ist selbst nicht vom geschrumpften Auto-Parkraum betroffen, wie er betont. Doch der Anwohner der Schorndorfer Straße hat die Situation täglich im Blick. Und er wundert sich: „Die Stadt hat ohne Not etwa 14 Pkw-Plätze abgeschafft. Ohne Not deswegen, weil ich hier noch nie Reisebusse gesehen habe — selbst am vergangenen Adventswochenende nicht.“

Dafür stelle er fest, dass nun die Pendler, die ihr Auto am Bahnhof zurücklassen wollen, morgens mehr denn je „durch die Gegend irren“.

Stadtsprecher Christoph Dellmans bewertet die Situation anders: „Hier standen in den vergangenen Wochen bereits Busse.“ Kempen sei „ein Touristen-Ort“ und brauche diese Plätze. Bereits als die P+R-Anlage („Park and Ride“) seinerzeit am Bahnhof eingerichtet worden sei, so Dellmans weiter, habe man den breiten Streifen dafür eingeplant.

Anwohner Geerkens könnte den aktuellen Schritt der Verwaltung noch verstehen, wenn das Auto-Parkverbot „für die Zeit der Weihnachtsmärkte gelten würde“. Eine solche Beschränkung auf die Wochenenden sehe die nun angebrachte Beschilderung aber nicht vor.

Der 64-Jährige, der seit einem Jahr an der Schorndorfer Straße wohnt, hat beobachtet, dass an Werktagen zwischen 7 und 17 Uhr am Bahnhof ohnehin Platzmangel herrsche — „trotz der zahlreichen Parkplätze“. Mehr als 200 P+R-Plätze gibt es insgesamt.

Peter Geerkens sieht also Bedarf für weiteren Parkraum. Er glaubt, dass sich Pendler und andere Parkplatz-Sucher weiter auf freie Bus-Flächen stellen werden. Die zu erwartenden Knöllchen kommentiert er so: „Das wäre eine Geldbeschaffungsmaßnahme für die Stadt.“