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Zu wenig Betten in den Altenheimen in Grefrath

Grefrath : Altenpflegeplätze sind Mangelware

In Grefrather Einrichtungen beträgt die Wartezeit auf einen freien Platz bis zu sechs Monate.

Auf Anfrage der SPD-Fraktion schilderte Anja Semnet-Dammer, die bei der Gemeinde für die Pflegeberatung zuständig ist, jetzt im Jugend-, Sozial- und Seniorenausschuss die Situation der Betreuungsplätze für Ältere. Zurzeit würden 109 Pflegeplätze angeboten. Die Zahl der Betten sei aufgrund der Umbauten im Evangelischen Altenzentrum in Oedt gesunken. Dort wird umgebaut, um die gesetzlich vorgeschriebene Einzelzimmerquote zu erfüllen. Hinzu kämen Zimmer im Haus Salus, dem Altenheim der Schwestern Unserer Lieben Frau in
Mülhausen.

Zurzeit gibt es keine
solitären Plätze

Die Situation sei angespannt, so Anja Semnet-Dammer. Zum Teil müsse man mit Wartezeiten von drei bis sechs Monaten rechnen. Man würde zurzeit auch einen Teil des Bedarfs aus Kempen abdecken. Auch Kurzzeitpflegeplätze sind in Grefrath ein Problem. So genannte solitäre Plätze, also solche, die immer zur Verfügung stehen, gibt es zurzeit nicht. Es gibt aber 16 so genannte eingestreute Kurzzeitpflegeplätze, die zur Verfügung stehen, wenn Betten frei sind. Auch dafür müsse man ein halbes Jahr Vorlaufzeit einplanen oder bei der Suche einen weiteren Radius in Kauf nehmen.

Der Kreis Viersen sei immer bemüht, Anbieter für solitäre Kurzzeitpflegeplätze zu finden. Zurzeit entstehe eine neue Einrichtung in Viersen. „Ich hoffe, dass sich damit die Situation kreisweit etwas entspannt“, so Semnet-Dammer. Ein ähnliches Bild bieten die 14 teilstationären Plätze. Der Bedarf liege rechnerisch bei 23. Auch hier gibt es lange Wartezeiten. Da soll eine neue Einrichtung in Oedt mit 15 Plätzen Abhilfe schaffen.

Sozialamtsleiter Volkmar Josten ging auf Nachfrage noch einmal auf die Situation der fehlenden „Kleinraumwohnungen“ ein. Das Problem trifft zum einen ältere Menschen, denen Wohnungen mit Serviceleistungen fehlen. 70 Prozent aller Haushalte in Grefrath bestehen aus einem oder zwei Personen. Gerade für Senioren sei es schwierig, wenn der Übergang aus einer großen Wohnung oder einem Haus in eine Seniorenwohnung angestrebt werde, so Josten. Das Gleiche gilt für Heranwachsende, die eine erste eigene Wohnung suchen. Zurzeit sieht Josten in diesem Bereich auch keine Entlastung in Sicht. Im Ausschuss zeigte sich SPD-Ratsfrau Dorothe Heller „geschockt“ über die gestiegenen Mieten im Haus der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (GWG) für den Kreis Viersen an der Bahnstraße. Die GWG hatte das Haus umfangreich saniert und dann die Mieten erhöht. Anja Semnet-Dammer bestätigte, dass dies für ziemlichen Wirbel gesorgt habe. „Wir mussten einige Menschen in neue Wohnungen vermitteln. Leute haben 40 Jahre in den Wohnungen gelebt und konnten sich die Miete nun nicht mehr leisten.“