Zu St. Martin wird’s tierisch

Die Kunst AG des Thomaeums lässt sich immer was besonderes für den Martinszug einfallen. In diesem Jahr heißt das Motto „Afrika“.

Kempen. Das Ganze erinnert irgendwie an Geometrie. Unzählige Holzstäbe unterschiedlicher Dicke bilden Dreiecke, Quadrate, konisch zulaufende Gebilde und Rechtecke. Was über der Kunststoffbox auf dem Tisch im Werkraum des Thomaeums steht, sieht aus wie ein modernes Kunstwerk. Auf den zweiten Blick ist die Form aber zu erkennen. „Wenn erst einmal die Ohren und die Stoßzähne dran sind und alles mit Transparentpapier überzogen ist, wird man es auf den ersten Blick erkennen“, bemerkt Anna Franziska, die gerade zwei mit der Heißklebepistole bearbeitete Holzstäbe in einer schrägen Position festhält, damit der Rüssel einen Knick bekommt.

Zu St. Martin wird’s tierisch
Foto: Kurt Lübke

Zusammen mit Kim und Christine baut die 17-Jährige eine riesige Fackel in Form eines Elefantenkopfes. Das aus Holzstäben bestehende Gerüst ist dabei eine ganz andere Art der Fackelherstellung. „Wir wollten nichts mit Hasendraht und Papier, sondern einmal etwas völlig anderes machen“, sagt Anna Franziska.

Mit einer ebensolchen 3D-Konstruktion sind auch Marie, Daniel und Selma beschäftigt. Allerdings entsteht unter ihren Händen ein gigantischer Löwenkopf. Wie auch bei der Elefantenkonstruktion wird strikt nach dem zuvor gezeichneten Entwurf gearbeitet. Wie bereits in den Vorjahren ist die Kunst AG unter der Leitung des Kempener Künstlers Jürgen Hemkemeyer zur traditionellen Fackel AG mutiert. In diesem Jahr lautet das Motto dabei „Afrika“.

Im Werkraum des Kempener Gymnasiums sind 30 Schüler von der Klasse 5 bis zur Stufe Q2 seit den Sommerferien mit dem Bau der ausgefallenen Laternen beschäftigt. Dabei suchten sich die Schüler schon nach dem Martinszug im vergangenen Jahr das neue Thema aus und fertigten erste Skizzen für die Kunstwerke, die im Zug getragen werden.

„Haltet es mal hoch, damit es alle sehen können. Die erste Hälfte vom Pfauenrad ist fertig.“ Die Bemerkung von Hemkemeyer lässt die fleißigen AG-Teilnehmer innehalten. Köpfe drehen sich zu Nele und Linn, die vorsichtig eine lange schwarze Pappe hochheben, auf der unzählige Ritzarbeiten mit farbigen Transparentpapier beklebt sind. Ein spontaner Applaus schallt durch den Werkraum. Die Arbeit für das Rad, das einen Durchmesser von fast zwei Metern haben wird, bekommt ihren ersten Zuspruch.

Fertig ist auch schon das Wasserloch, in dem sich beim Zug beleuchtete Fische tummeln werden. Fast abgeschlossen sind die Arbeiten an dem afrikanischen Baum, der ebenfalls leuchten wird. Ob am Jaguarkopf und dem überdimensionaler Schmetterling, für den Gereon und Elisabeth gerade das verbindende Gerüst bauen — überall herrscht rege Betriebsamkeit, damit die Kunstwerke pünktlich für den Kempener Martinszug fertig sind. Dafür wird jetzt sogar in den Herbstferien gearbeitet. Zusammen mit Hemkemeyer treffen sich die Schüler auch in den nächsten Tagen regelmäßig im Werkraum des Thomaeums.