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Kreis Viersen: Wo soll der neue Rettungswagen stationiert werden?

Kreis Viersen : Wo soll der neue Rettungswagen stationiert werden?

Weil die Hilfsfristen nicht eingehalten werden, muss ein weiteres Fahrzeug her. Das Rote Kreuz Grefrath bringt sich ins Spiel.

Kempen/Kreis Viersen. Der Kreis Viersen erstellt einen neuen „Rettungsdienstbedarfsplanes“. Ein Grund dafür: Die vorgegebenen „Hilfsfristen“ werden teilweise nicht eingehalten. Das Rettungsgesetz NRW sieht vor, dass jeder an einer Straße gelegene Notfallort in der Stadt in bis zu acht Minuten und auf dem Land in bis zu zwölf Minuten erreicht werden muss. In 90 Prozent der Einsätze soll das gewährleistet sein. Bei der Kempener Rettungswache, die auch Tönisvorst und Grefrath mit versorgt, konnte die Hilfsfrist nur zu rund 88 Prozent eingehalten werden.

Zwar wird der Richtwert erreicht, wenn man den Mittelwert für den Kreis Viersen sieht, trotzdem will der Kreis handeln. Eine Maßnahme: Im Bereich der Rettungswache Kempen soll ein zusätzlicher Rettungswagen (RTW) stationiert werden, der von 7 bis 20 Uhr besetzt sein soll. Aber wo soll dieser stehen?

Die Kempener Rettungswache ist voll. Sollte ein weiteres Fahrzeug und mehr Personal untergebracht werden müssen, müsste angebaut werden, erklärte der Erste Beigeordnete Hans Ferber am Donnerstag in einer Sondersitzung des Ordnungsausschusses, der für diesen Tagesordnungspunkt extra angesetzt wurde. Denn der Kreis erwartet eine Stellungnahme zum Entwurf des Rettungsdienstbedarfsplans bis zum 31. März.

Für die Tagesdienste eines zusätzlichen RTW müssten rund fünf Mitarbeiter eingestellt werden. Wenn die Zahl der Fahrten noch weiter steigt und das Fahrzeug rund um die Uhr betrieben werden müsste, wäre auch eine Erweiterung von Schlafräumen erforderlich.

Aber auch Grefrath wäre ein möglicher Standort für den neuen Rettungswagen. Der Grefrather Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes hat sein Interesse bekundet, den zusätzlichen Rettungswagen bei sich unterzubringen. Schon länger ist das Grefrather DRK auf der Suche nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten für seine Fahrzeuge. So ließen sich Synergieeffekte erzielen. Es gibt erste Überlegungen zu einem geeigneten Standort, die das DRK gerne in die Diskussion einbringen möchte.

„Wir brauchen weitere Zahlen, um eine Entscheidung treffen zu können“, so Ferber. Denn bisher habe der Kreis keine Zahlen zur Verfügung gestellt, wo die Hilfsfristen nicht eingehalten werden könnten. Ob ein zusätzlicher Rettungswagen sinnvollerweise in Kempen oder an einem anderen Standort stationiert werden sollte, wäre vom Kreis Viersen als Träger des Rettungsdienstes auf der Grundlage einer detaillierten Analyse der aktuellen differenzierten Fahrtenzahlen zu beantworten.

Insgesamt sieht der Planentwurf einen Mehrbedarf von vier Rettungswagen, je einer im Bereich Kempen, Nettetal, Schwalmtal und Viersen.

Für den zusätzlichen Rettungswagen seien viele Standorte denkbar, so Manfred Wolfers jun., Vertreter der Gemeinde Grefrath im Beirat Krankentransport und Rettungsdienst der Stadt Kempen. „Neben einem Anbau in Kempen direkt an der Rettungswache, einer Erweiterung des Notarzt-Standorts am Tönisvorster Krankenhaus sind auch Optionen in der Gemeinde Grefrath genauer zu prüfen“, so Wolfers. So wäre in Grefrath eine bauliche Kombination mit einem Feuerwehrgerätehaus zu analysieren oder im Rahmen eines Neubaus für das DRK Grefrath die Stationierung dort zu untersuchen. Wichtig sei, dass bei der Standortfrage nicht politische Forderungen, sondern eine sachgerechte Bewertung im Vordergrund stehe.

Ein weiteres Thema im Entwurf ist die Ausbildung von Notfallsanitätern, insbesondere zu Fragen der Finanzierung (die WZ berichtete). Die Politiker betonten erneut, dass besser ausgebildete Mitarbeiter auch besser bezahlt werden müssen. Das müssten die Krankenkassen übernehmen. Dezernent Ferber erklärte, dass er sich mit den Krankenkassen an einen Tisch setzen wolle und sie davon überzeugen wolle. Schließlich habe es auch für die Kassen Vorteile, wenn besser ausgebildete Retter zu Hilfe eilen. ulli