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Kempen: Western-Atmosphäre an der Burgstraße

Kempen : Western-Atmosphäre an der Burgstraße

Die Inhaber der Geschäfte Müllenhoff und Langenfurth nutzen einen Leerstand für originelle Ideen. Außerdem hat der Flüsterer in der Sitzung des Stadtrates besonders aufmerksam zugehört.

Kempen. Seit Herbst gibt es — nach dem Umzug an die Judenstraße — kein Reisebüro mehr an der Burgstraße. Um ein „schwarzes Loch“ zu verhindern, haben sich die beiden gegenüberliegenden Geschäfte Müllenhoff (Lederwaren) und Langenfurth (Blumen) zusammengetan und sozusagen die Patenschaft für das leerstehende Ladenlokal übernommen. „Gegen einen kleinen Obolus und die Übernahme der Stromkosten dürfen wir das Schaufenster nutzen“, sagte Bettina Müllenhoff dem Flüsterer. Geschaffen wurde ein nicht-alltägliches Stillleben im Western-Look. Das Geschäft Langenfurth hat Tannenbäume und Deko-Material beigesteuert. Von der Familie Müllenhoff stammen unter anderem ein neuwertiger Reitsattel — Bettina Müllenhoff hat das Hobby inzwischen an den Nagel gehängt — und eine Western-Gitarre von Tochter Saskia. Auch Indianerschmuck liegt in der Auslage. Sattel, Instrument und Schmuck können käuflich erworben werden. Das ungewöhnlichste Exponat ist sicherlich ein Holzbild, das die Lederladen-Chefin vor Jahren von einer USA-Reise mitgebracht hat. „Es stammt aus einem Saloon aus Colorado Springs.“

Kempen: Western-Atmosphäre an der Burgstraße
Foto: Peter Fischer

Altstadt-Geflüster

Mit der Zukunft des Stadtarchives wollen sich die Kempener Politiker ab Anfang 2017 befassen. Auf Antrag der SPD wird nun ein Arbeitskreis gegründet. Das hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung des Jahres beschlossen. Der Arbeitskreis soll erörtern, ob es Sinn hat ein eigenes Archiv zu betreiben. Diese Überlegung gibt es im stolzen Kempen, seitdem feststeht, dass der Kreis Viersen das Kreisarchiv in der Burg zugunsten eines Neubaus in Viersen aufgeben wird. Neben Vertretern von Politik und Verwaltung sollen der Arbeitsgruppe auch Mitglieder der Heimatvereine und Historiker angehören.

Bleiben wir noch einen Moment bei der Ratssitzung vom Dienstag. Wie üblich, wenn der Bürgermeister für ein Haushaltsjahr entlastet werden soll, übergab Volker Rübo kurzfristig die Sitzungsleitung an seinen Stellvertreter und CDU-Parteifreund Otto Birkmann. Der erfahrene Ratsherr übernahm gewohnt souverän, als es um die Entlastung für das Haushaltsjahr 2014 ging. Ein Vorgang, der eigentlich reine Formsache ist, sorgte aber auf den Zuschauer- und Presseplätzen für ein wenig Erheiterung. Und zwar deshalb, weil Birkmann an einer Stelle in seinen Ausführungen von der Entlassung Rübos und nicht von der Entlastung sprach. Zumindest ist es in Teilen des „akustischen Wunderraumes“ Ratssaal so angekommen.

Seit Wochen mehr los ist auf der Thomasstraße. Seitdem Ende Oktober die Baustelle an der Hülser Straße eingerichtet worden ist und der Verkehr auf ihr sich nur noch stadtauswärts bewegen darf, führt die Umleitung auf die Einbahnstraße, die auf dem Altstadtring mündet. Unterwegs sind dort nicht nur „normale“ Autos, sondern auch Busse, die vom Bahnhof kommend über den Ring in alle Richtungen ausschwärmen, unterwegs. So richtig eng wird es, wenn dann auch noch Rettungsfahrzeuge mitmischen und an den Fahrzeugen vorbei wollen. Denn die Ausweichmöglichleiten sind vor allem bei roter Ampel gleich Null. Und Rettungsfahrzeuge, so meint der Flüsterer, gibt es dort in der letzten Zeit auch mehr.

Diese Annahme wird durch die Bestätigung des Kempener Stadtsprechers, Christoph Dellmans, zur Gewissheit: „Seitdem die Hülser Straße einseitig gesperrt ist, fahren mehr Einsatzfahrzeuge über die Thomasstraße.“ Doch in absoluten Notfällen, so Dellmans weiter, hätten die Rettungsfahrzeuge auch die Erlaubnis, auf der Hülser Straße gegen die Einbahnregelung zu fahren. „Die Einsatzzeiten sind auf alle Fälle gewährleistet“, betont der Stadtsprecher.

„Deftiges mit Pfiff“ — so haben wir vergangene Woche das Buch „Landfrauen-Küche“ der Verbraucherzentrale vorgestellt. Viele Rezepte sortiert nach dem Angebot der jeweiligen Saison werden darin aufgeführt. 19,90 Euro soll das Werk kosten. Dem ist nicht mehr so, teilte jetzt die Verbraucherzentrale mit. Der Preis sei auf fünf Euro reduziert worden. Das ist doch mal verbraucherfreundlich, vor allem so kurz vor Weihnachten.

Das Weihnachtsfest ist bekanntlich mit vielen Traditionen verbunden. Zu einer solchen ist inzwischen auch die Wunschbaum-Aktion des St. Töniser Real-Marktes zugunsten des Kempener Annenhofes geworden. Jahr für Jahr steht im Markt ein Baum mit Wünschen von 50 Kindern aus der Kempener Einrichtung. Und Jahr für Jahr nehmen sich Real-Kunden die Karten vom Baum und erfüllen den Kindern ihre Wünsche. Inzwischen sind die Geschenke verpackt. Jetzt muss nur noch das Christkind kommen und die Pakete mitnehmen.