Werbering wünscht sich einen durchgehenden Weihnachtsmarkt

Werbering wünscht sich einen durchgehenden Weihnachtsmarkt

Vor allem der wöchentliche Auf- und Abbau hält viele attraktive Händler davon ab, nach Kempen zu kommen.

Kempen. Der Kempener Werbering wünscht sich ein neues Konzept für den Weihnachtsmarkt. Genau genommen besteht der Wunsch darin, in Kempen einen durchgehenden Markt zu etablieren, der nicht nur an den Wochenenden, sondern auch „unter der Woche“ in der Adventszeit geöffnet ist. „Über diese Idee denken wir schon seit vielen Jahren nach“, sagt Werbering-Vorsitzender Armin Horst. Der Verlauf der diesjährigen Wochenenden habe den Vorstand nun darin bestärkt, das Thema anzupacken. Im Januar soll ein neues Konzept im Mittelpunkt einer Klausurtagung stehen. Gespräche mit allen Beteiligten — Stadtverwaltung und Ausrichter „XDream“ — sollen geführt werden.

Das Wochenend-Konzept, das seit vielen Jahren existiert, hat nach Angaben von Armin Horst einen großen Nachteil: Wegen des Aufwands für den wöchentlichen Auf- und Abbau sei Kempen für die Tophändler nicht interessant. „Eigentliche Weihnachtsmarkthändler haben wir dadurch viel zu wenige in Kempen“, findet der Werbering-Chef. Das wiederum führe dazu, dass das Gesamtangebot nicht so attraktiv ist. Insbesondere „fliegende Händler“, die zum Teil „Baumarkt-Zelte“ an ihren Ständen nutzten, könnten nicht viel zu einer schönen Dekoration beitragen. „Langfristig wünschen wir uns, dass nur noch feste Buden und Pagodenzelte in der Stadt stehen, die entsprechend weihnachtlich dekoriert sind“, sagt Armin Horst. Und das ist aus Sicht des Werberings nur mit einem durchgehenden Angebot umzusetzen.

Stadtsprecher und Marketing-Referent Christoph Dellmans sagte gestern auf Anfrage der WZ, dass die Verwaltung offen für Gespräche mit dem Werbering sei. „Das Thema ist mit Blick auf die Attraktivität der Stände bekannt“, so Dellmans, der die Lage ähnlich einschätzt wie die Händlergemeinschaft. „Grundsätzlich werden wir uns gerne mit dem Werbering dazu zusammensetzen.“

Der Stadtsprecher macht aber deutlich, dass man bei einer neuen Konzeption nichts übers Knie brechen sollte. Alles müsse sorgfältig durchdacht werden. Ein Aspekt sei der Kempener Wochenmarkt (dienstags und freitags). „Die Interessen der Händler, die 52 Wochen im Jahr zu uns kommen, müssen berücksichtigt werden“, so Dellmans.

Armin Horst will bei einem neuen Konzept auch keinen Schnellschuss: „Wenn wir das nicht im nächsten Jahr umsetzen können, dann eben im übernächsten.“ Es sei nun aber an der Zeit, umzudenken. „Die derzeitige Qualität des Marktes ist nicht unser Anspruch“, so Horst. Dem Werbering-Vorstand schwebt auch vor, den Markt „wieder mehr auf Kempener Belange auszurichten“. So könnte man sich auch unter der Woche nach Feierabend auf dem Buttermarkt zu einem Glühwein treffen.

Zum Verlauf der diesjährigen Weihnachtsmarktsaison, die am Sonntag zu Ende gegangen ist, sagt Horst, dass der Besucherzuspruch „unterm Strich gut“ gewesen sei. „Vor allem an den Sonntagen hatten wir miserables Wetter“, so Horst. Vor allem wegen Schnee und Sturm am verkaufsoffenen Sonntag (2. Advent) seien die Menschen der Altstadt ferngeblieben. Die Samstage und auch der dritte Adventssonntag seien aber zufriedenstellend gewesen.

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