Wer kennt Kempen am besten?

Bewohner des St. Peter-Stifts haben das „KK-Quiz“ gespielt. Mit dabei war auch der Herausgeber.

Kempen. Welcher Kempener wurde 2009 zum Ehrenbürger ernannt? Kein Problem fürs Publikum: Das war Altbürgermeister Karl-Heinz Hermans. Auch das Symbol der Krähe ist schnell zugeordnet: Der Vogel ist das Wahrzeichen von St. Hubert. Eine Frage zu Tönisberg lässt Quizmasterin Sabine Sandmann dagegen aus — aus Mangel an lokaler Kompetenz in der Cafeteria des St. Peter-Stifts. Kein Bewohner aus dem Bergdorf ist anwesend. Eine Frage zum Suppenverkauf auf Gut Heimendahl ist wiederum gut lösbar.

Das „Kempen-Quiz“ stand auf dem Unterhaltungsprogramm des Seniorenheims an der Auguste-Tibus-Straße mit seinen rund 100 Bewohnern. Das von Jürgen „Moses“ Pankarz illustrierte Kartenspiel mit 55 Fragen aus allen Stadtteilen hat sich zu einem Verkaufsschlager entwickelt. Allein vor Weihnachten seien 4000 Exemplare binnen vier Wochen verkauft worden, erzählt Herausgeber Thomas Niermann, der in die Einrichtung der Hospital-Stiftung gekommen war. Auch einige der Senioren kannten das Quiz bereits.

Sabine Sandmann, Leiterin der sozial-kulturellen Betreuung im Stift, hatte Thomas Niermann gefragt, ob er sein Spiel nicht mal vor Ort vorstellen könne. Für ihn war es eine interessante Premiere: „Ich fühle mich wie ein Regisseur, der zum ersten Mal seinen eigenen Kinofilm sieht.“

Zur besseren Verständlichkeit wurde allerdings nicht mit den kleinen Karten gespielt. Vielmehr warf Sabine Sandmann die Fragen per Laptop und Beamer für alle sichtbar an die Wand. Außerdem wurden sie laut vorgelesen.

Es dauerte allerdings eine Weile, bis das Gros der etwa 15 anwesenden Bewohner seine Zurückhaltung überwunden hatte. Das lag nicht zuletzt daran, dass zwar viele Alt-Kempener in den beiden Pflegebereichen und den Miet-Appartments mit betreutem Wohnen leben — aber eben auch viele Auswärtige. Manche stammen aus Hamburg oder dem Schwarzwald und sind der Kinder wegen erst kürzlich an den Niederrhein gekommen.

Probleme hatten alle über 80-Jährige mit einer Frage zu den Kempener „Highlandern“. Eine jüngere Besucherin konnte aber helfen, ihre Antwort kam wie aus der Pistole geschossen.

Die Preise für die besten Kempen-Kenner waren sorgsam gewählt worden: Für den ersten Platz gab es die „Kempen-Kiste“ mit hiesigen Spezialitäten in Süß, Rang zwei wurde mit einer Flasche Thomasbitter belohnt.

Öffentliche Veranstaltungen wie die jüngste sollen künftig häufiger stattfinden. „So soll unser Haus attraktiver und der Lebensalltag unserer Bewohner noch abwechslungsreicher werden“, sagt Mitarbeiterin Sandmann. So werde ab März immer sonntags Live-Musik angeboten. Eine Diskussion zum Thema Flucht ist in Planung.