Wenige Wochen vor der Weltpremiere in Grefrath

Zu Gast bei Holiday on Ice : Knallharte Arbeit in der eisigen Traumfabrik

Am 29. November feiert die neue Show von Holiday on Ice Weltpremiere in Grefrath, vom 3. bis  5. Januar 2019 ist sie in Düsseldorf. Geprobt wird derzeit im belgischen Lint – mittendrin sind die Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot. Die WZ wirft einen Blick hinter die Kulissen.

Die Filmindustrie von Hollywood wird ja gerne als Traumfabrik bezeichnet. Ein Begriff, der verdeutlicht, dass die Verwirklichung eines Traums mit harter Arbeit verbunden ist. Insofern passt es ins Bild, dass das Unternehmen Holiday on Ice sich zur Verwirklichung seines neuesten Traums in ein Filmstudio zurückgezogen hat. Im belgischen Provinzstädtchen Lint – wenige Kilometer von Antwerpen entfernt – leben und arbeiten derzeit Eisläufer, Techniker, Choreographen und sonstige Kreative. Sie arbeiten dort bis Ende November an nicht weniger als der „besten Eisshow der Welt“, wie es Manager Peter O’Keeffe ausdrückt. Ende des Monats geht es dann aus der belgischen in die deutsche Provinz: Weltpremiere ist am 29. November in der Grefrather Eissporthalle.

Zur besten Show gehören die besten Eisläufer der Welt

 Zur besten Eisshow der Welt gehören auch die besten Läufer. Das haben sich die Verantwortlichen des Konzerns für die Jubiläumsshow zum 75. Geburtstag von Holiday on Ice gedacht. Nicht ohne Stolz begleitete O’Keeffe deshalb Aljona Savchenko und Bruno Massot bei ihren ersten Schritten durch die Probenhalle in Lint. Die deutschen Paarlauf-Olympiasieger sind Anfang des Jahres in Südkorea nach Ansicht vieler Experten mit der „perfekten Kür“ zu Gold gelaufen.

Darüber müssen Savchenko und Massot jedoch schmunzeln, während sie gemeinsam mit dem Management und Journalisten noch einmal einen Blick in ein Video ihrer Jahrhundert-Kür werfen. „Wenn wir das Video sehen, erkennen wir schon den einen oder anderen Fehler“, erklärt die gebürtige Ukrainerin das Schmunzeln. Insofern gebe es die viel zitierte Perfektion gar nicht.

Vor den Journalisten sitzen zwei Sportler, die in ihrer Profession das Größte erreicht haben: olympisches Gold. „Damit ist ein Traum wahr geworden. Mehr können wir nicht erreichen“, begründet Savchenko den Wechsel auf die Showbühne beziehungsweise das Show-Eis. Auf diesem gehe es nun ohne Frage darum, dieses Gold zu Geld zu machen. Massot und Savchenko machen aber glaubhaft deutlich, dass Holiday on Ice eine große Herausforderung – ja auch ein Traum – ist: „Hier dabei zu sein, ist eine Belohnung für die harte Arbeit, die wir in die Goldmedaille investiert haben“, sagt der gebürtige Franzose.

Der Wechsel vom Wettkampf in die Show erfolgt nun in den belgischen Studios. Die Champions probieren dort ihre Kostüme an, gehen mit den übrigen Läufern aus der ganzen Welt aufs Eis, arbeiten mit Choreograph Robin Cousins (Olympiasieger von 1984) und Regisseur Kim Gavin an ihren Auftritten im Jubiläumsprogramm „Showtime“. In dieser Reise durch die Geschichte und die Zukunft von „Holiday on Ice“ wird das Gold-Paar seine berühmte Kür zeigen. Zudem arbeitet es noch an den letzten Feinheiten einer neuen Kür, die es aufs Holiday-Eis zaubern wird. In ausgewählten deutschen Tour-Städten werden Massot und Savchenko jeweils einen Abend bestreiten – so auch in Grefrath am 29. November.

Bis es soweit ist, gibt es 20 Autominuten von Antwerpen entfernt aber noch viel zu tun. Bei einem Gang durch die „Fabrik“ wird klar, dass Holiday on Ice wieder auf eine aufwendige Technik setzt, die in der Grefrather Eissporthalle eine Menge Platz einnehmen wird. Zudem stehen atemberaubende Requisiten bereit – zum Beispiel eine eigens angefertigte Dampflokomotive und ein großer Globus.

Und natürlich wird auch bei den Kostümen auf jedes Detail geachtet. Ein gutes halbes Dutzend Mitarbeiterinnen sorgt in einer komplett eingerichteten Schneiderei dafür, dass alles perfekt sitzt. „Alle Kostüme sind maßgeschneidert“, erfahren die Journalisten beim Rundgang durch die Produktion. Die Nähstube ist übrigens das einzig warme Fleckchen in der Linter Traumfabrik. Für Läufer und Crew ist die Arbeit ein eisiges Vergnügen. „Das wird bei uns natürlich anders sein“, verspricht der Grefrather Geschäftsführer Bernd Schoenmackers. „Wohnzimmertemperatur zwischen 22 und 24 Grad werden wir haben“, ergänzt Veranstaltungsleiter Jan Lankes.

Vorverkauf in Grefrath läuft
laut Geschäftsführung gut

Die Verantwortlichen der Grefrather Eissporthalle, in der Holiday on Ice schon seit mehr als 40 Jahren zu Gast ist, gehen voller Vorfreude durch die Probenstudios. „Was wir hier sehen, macht Lust auf mehr“, sagt Bernd Schoenmackers, der vor allem von der Detailbesessenheit in Lint begeistert ist. Ebenso herrscht bei den Grefrathern Begeisterung über das Gastspiel von Savchenko und Massot. „Es ist natürlich genial, dass die Jubiläumsshow von Holiday on Ice ihre Weltpremiere in Grefrath hat – und auch noch das beste Eiskunstlaufpaar der Welt dabei ist“, so der Geschäftsführer. Zufrieden ist er mit dem bisherigen Vorverkauf. Das Jubiläum und die Gaststars locken die Besucher. „Wir gehen jetzt in den Endspurt und freuen uns auf den 29. November“, sagt der Eisstadion-Chef.

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