Weihnachtsmarkt: Zufrieden — auch ohne Pendel-Bus

Weihnachtsmarkt: Zufrieden — auch ohne Pendel-Bus

Das dritte Wochenende war laut Werbering ein Erfolg. Das Shuttle-Angebot wurde allerdings eingestellt.

Kempen. „Die Stadt war voll. Wir sind sehr zufrieden.“ So lautet das Fazit des Werbering-Vorsitzenden Reinhard Stein zum — für den Handel so wichtigen — dritten Adventswochenende. „Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass die Kunden gerade an diesem Wochenende ihre Weihnachtseinkäufe machen“, so Stein. Deshalb sei die Entscheidung richtig gewesen, den verkaufsoffenen Sonntag auf das dritte Wochenende zu legen.

Pro Weihnachtsmarkt-Tag strebt der Werbering eine Besucherzahl von 30 000 an. „An diesem Wochenende haben wir das weit übertroffen“, so Stein. Auch weil das Wetter „wesentlich besser“ war als am zweiten Weihnachtsmarkt-Wochenende. Am 8. und 9. Dezember sei der Besuch hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Das gilt auch für das Experiment „Shuttle-Bus-Verkehr“. „Das ist von den Leuten nicht angenommen worden“, räumte Stein gestern ein, nachdem er nach dem ersten Advents-Wochenende noch von einer „gelungenen Premiere“ gesprochen hatte. Nur etwa 100 Besucher pro Wochenende hätten das Angebot, an der Otto-Schott-Straße zu parken und per Bus in die Innenstadt zu fahren (zwei Euro Gebühr), genutzt.

„Deshalb haben wir den Shuttle-Bus schon zum vergangenen Wochenende nicht mehr fahren lassen“, so Stein. Auf eine offizielle Mitteilung an die örtliche Presse habe man verzichtet, weil die potenziellen Nutzer des Angebotes ohnehin nicht aus der näheren Umgebung kämen.

Schon in der Ratssitzung der vergangenen Woche hatte Bürgermeister Volker Rübo erklärt, dass das Bus-Angebot für den Werbering ein „Zuschussgeschäft“ war (die WZ berichtete). Einige tausend Euro habe die Händlergemeinschaft das Experiment gekostet.

„Wir haben den Versuch gewagt. Es hat nicht funktioniert“, sagt der Vorsitzende des Werberings. Aus seiner Sicht ist die Tatsache, dass die Menschen das Pendel-Angebot nicht genutzt haben, ein Zeichen dafür, „dass es um die Parkplatzsituation in der Innenstadt gar nicht so schlecht bestellt ist“. Die Parkplätze in der Altstadt seien zwar voll gewesen — die Menschen hätten aber auch die Flächen außerhalb der Innenstadt genutzt.

Nun freuen sich die Händler noch auf das letzte Weihnachtsmarkt-Wochenende am kommenden Samstag und Sonntag. Statt eines Mittelaltermarktes, wie in den vergangenen Jahren, gibt es 2012 auch am vierten Wochenende einen Weihnachtsmarkt.

Allerdings mit eingeschränkten Öffnungszeiten: Am Samstag ist von 11 bis 20 Uhr geöffnet, am Sonntag nur bis 18 Uhr. Die Verkürzung erfolgt auf Wunsch der Verwaltung, weil die Altstadt noch gereinigt werden müsse. „An Heiligabend soll niemand mehr erkennen, dass es tags zuvor noch einen Weihnachtsmarkt gab“, hatte Bürgermeister Rübo schon im Oktober erklärt.

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