Weihnachtsmarkt: Kempen wird zur Zeltstadt

Weihnachtsmarkt: Kempen wird zur Zeltstadt

Neue Pagodenzelte bleiben vier Wochen in der Stadt stehen. Auch werktags darf verkauft werden.

Kempen. Am Samstag beginnt in der Altstadt der Weihnachtsmarkt und Kempen kommt im ganz neuen Gewand daher. 22 weiße Pagodenzelte werden noch bis Samstag an verschiedenen Stellen auf Juden-, Kuh-, Ellen- und Peterstraße sowie auf dem Studentenacker aufgebaut. „Sie ersetzen die alten Holzstände der Geschäftsleute“, sagt Stadtsprecher Christoph Dellmans auf WZ-Anfrage.

In den Zelten mit komfortablen Holzböden wollen Geschäftsleute des Werberinges ihre Waren an den Mann bringen. „Wir haben die Zelte angemietet und stellen sie unseren Mitgliedern zur Verfügung“, sagt Werberingvorsitzender Reinhard Stein. Dafür müssen sie zusätzlich einen „kleinen Obolus“ zahlen.

Neu ist auch, dass die Zelte während der vierwöchigen Adventszeit nicht abgebaut werden — im Gegensatz zu den übrigen Ständen. „Die Zelte stehen den Geschäftsleuten an den vier Marktwochenenden zur Verfügung. Die Händler können sie aber auch während der Woche zum Verkauf nutzen“, so Christoph Dellmans.

Bekommt Kempen also einen verkappten dauerhaften Weihnachtsmarkt? „So weit würde ich mit der Formulierung nicht gehen“, antwortet Reinhard Stein. „Wir werden das in diesem Jahr mal ausprobieren. Mal sehen, ob die Geschäftsleute die Zelte unter der Woche nutzen und die Kunden das Angebot annehmen.“ Stein geht nicht davon aus, dass viele Händler sich auch unter der Woche auf die Straße stellen.

Erlaubt sei das aber in jedem Fall. „Der Verkauf in den Zelten ist montags bis samstags und am verkaufsoffenen Sonntag erlaubt“, so Stein. „Das ist alles mit der Stadt geklärt. Die Genehmigungen liegen vor.“ Die Läden, die die Pagodenzelte angemietet haben, decken laut Stein die gesamte Branchenpalette ab — vom Modegeschäft bis zur Bäckerei: „Das ist querbeet.“

Bleibt noch die Frage nach der Sicherheit, denn die Zelte wirken wesentlich größer als die Holzstände, die früher genutzt wurden. „Da erfüllen wir alle Auflagen“, sagt Christoph Dellmans, der am Donnerstag mit der Zeltfirma aus Recklinghausen und Vertretern des Ordnungsamtes durch die Stadt zog.

Diese Auflagen sind bekanntlich nach der Love-Parade-Katastrophe schärfer geworden. „Alle Rettungswege werden freigehalten. Die Innenstadt ist sicher“, bekräftigt der Pressesprecher.

An engen Punkten wie am Studentenacker dürften sich am Donnerstag viele gefragt haben, wie sich die Massen dort bewegen sollen. So war Donnerstagmorgen zwischen der Fassade des Weinhauses Straeten und den Zelten nur etwas mehr als ein Meter Platz. „Das habe ich auch schon gesehen“, so Dellmans am Donnerstagmittag.

„Dort werden die Zelte noch einmal umgestellt.“ In Höhe von Schlecker, Jeans On und Co. werde der gleiche Abstand eingehalten wie in den vergangenen Jahren. Bei den Rettungswegen ist es so, dass der Studentenacker vom Kirchplatz und von Raben- und Umstraße aus erreicht werden muss.

Optisch verspricht sich Dellmans von den weißen Zelten eine Menge: „Das wird schick aussehen.“ Auch Mitveranstalter Gaudium sei angewiesen, möglichst helle Stände zu errichten. „Wir testen jetzt mal, wie das Weiß in der Altstadt wirkt“, sagt der Stadtsprecher.

Im nächsten Jahr werde dieses Konzept möglicherweise noch vertieft. „Weiß soll die dominante Farbe werden. Dazu etwas Grün und Rot — weihnachtliche Farben, kein Kitsch“, sagt Dellmans. „So soll die Stadt ein bisschen edler werden.“

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