Wasser und Wald — also Natur pur

Die Qual der Wahl beim Lieblingsplatz hatte Redakteurin Barbara Leesemann. Sie entschied sich fürs Freilichtmuseum und eine Wanderstrecke.

Grefrath. Mein Lieblingsplatz in Grefrath? Nette Idee, liebe Kollegen. Doch für welchen soll ich mich entscheiden? Welche Kriterien lege ich an? Denn ich halte mich an mindestens zwei Orten gerne auf: auf dem Rundwanderweg A 1 vorbei am Motte Horbes Bergske in Mülhausen und im Freilichtmuseum. Beide Orte haben für mich absoluten Entspannungsfaktor.

Fangen wir mit dem Rundwanderweg am Motte Horbes Bergske an. Meist ist es dort schön still, Blätter rauschen, bei Hitze ist es angenehm kühl — ein Vorteil. Denn meist ist dies meine kleine Walking-Strecke. Bin ich dort früh morgens unterwegs, so habe ich schon das ein oder andere Reh gesichtet. Etwas später am Tag trifft man auf Hunde in Begleitung. Und wo ich immer wieder kurz innehalte, ist meine Lieblingsstelle: der kurze Ausblick auf die Niers, die, wie bei einem Bild, eingerahmt ist von Büschen und Bäumen.

Mein Lieblingsplatz

Zu klären wäre noch, was Motte Horbes Bergske heißt. Dabei handelt es sich um einen kreisförmigen Erdhügel — eine Motte (französisch für Erdhügel), die von den Einheimischen „Horbes Bergske“ genannt wird. Auf ihr sollte eine Burg errichtet werden. Nach Meinung von Forschern habe die Motte in der Grasheide nie als Burg fungiert. Denn kurz nach ihrer Errichtung wurde die südlich gelegene Burg Uda erbaut — die Stelle war wohl strategisch günstiger.

Während ich am vorherigen Lieblingsplatz fast ausschließlich in Bewegung bin, lasse ich mich im Grefrather Freilichtmuseum auch gerne mal nieder. Vor allem im Sommer, aber auch in den anderen Jahreszeiten, beneide ich die Museumsmitarbeiter um ihre Möglichkeiten, eine kurze Auszeit zu nehmen. Ich stelle mir vor, wie ich meine Mittagszeit dort verbringen würde. Auf einer Bank oder einem Stuhl im Schatten oder in der Sonne. Im Zwiegespräch mit den Enten — die mir im Frühjahr ihren Nachwuchs vorstellen. Ein täglicher Besuch mit Möhre oder Apfel auf der Pferdewiese würde sicherlich auch dazu gehören. So viel Natur fördert sicherlich die Kreativität.

Wahrscheinlich würde ich mir meinen Salat oder mein Brot mit ein paar heimlich gemopsten Kräutern aus dem Garten an der Hofanlage Waldniel aufpeppen. Für den kleinen Hunger zwischendurch hat „Tante Emma“ in ihrem Laden sicherlich etwas parat. In diesem Zusammenhang ist es vielleicht ganz gut, dass die funktionstüchtige Kornbrennerei nicht in Betrieb ist . . .

Bei Regen bieten sich die verschiedenen Anlagen als Unterschlupf an. Dort entdecke ich immer noch Dinge, die mir beim vorherigen Besuch noch nicht aufgefallen sind. Während meine mittlerweile erwachsenen Söhne im Kindesalter bereits nach dem zweiten Besuch eher am Pannekookenhuus interessiert waren, habe ich das Freilichtmuseum für mich und meine Gäste wieder entdeckt. Und ich freue mich schon jetzt auf den ersten Rundgang mit meinem kleinen Enkel.

Haben Sie auch einen Lieblingsplatz in Kempen, Grefrath, Willich oder Tönisvorst? Dann melden Sie sich doch in der WZ-Redaktion: Tel. 02152/8926224. Kontakt per E-Mail:

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