Kempen : Wahlfälschung in Kempen: NPD-Mann tauschte Drogen gegen Unterschriften
Ein Ex-NPD-Bürgermeisterkandidat sagt vor Gericht aus, er habe mit Amphetaminen um Kandidaten geworben. Unterschriften habe er nicht gefälscht. Zeugenaussagen gehen in eine andere Richtung.
Kempen. Im Prozess um Wahlfälschung bei der Kommunalwahl 2014 in Kempen hat am Montag der Angeklagte B. Stellung genommen. Er habe unter anderem mit Betäubungsmitteln um Unterschriften geworben, um Kandidaten für die Nationaldemokratische Partei Deutschland (NPD) aufstellen zu können. So habe B., der damals als NPD—Bürgermeisterkandidat angetreten war, auch auf dem Buttermarkt Personen angesprochen.
Sie sollten ein entsprechendes Wahlformular unterschreiben. Im Tausch dafür hätte er einigen zwei Gramm Amphetamine gegeben. B. habe deutlich gemacht, dass die Unterschrift zu einer NPD-Kandidatur führt.
Im Gegensatz dazu sagten am Montag Zeugen aus, dass sie nicht gewusst haben, dass sie für die NPD antreten sollten. Ein 22-Jähriger sei beispielsweise angesprochen worden, als ihm ein Bekannter in seiner Wohnung eine neue Spielekonsole gezeigt habe. „Zwischendurch habe ich die Unterschrift geleistet.“ Er habe gedacht, es würde sich um eine Art Petition für die NPD handeln. Später habe ihn seine Mutter darauf aufmerksam gemacht, dass er als Kandidat gelistet wurde.