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Grefrath: Waffe in der Schule rechtlich ohne Folgen

Grefrath : Waffe in der Schule rechtlich ohne Folgen

Nach dem Vorfall in der Grefrather Grundschule hat die Polizei keine Handhabe.

Grefrath. Einen Tag nach dem Waffenfund in der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) sind die Ermittlungen der Polizei weitgehend abgeschlossen. Ein Sprecher teilte am Mittwoch auf Anfrage der WZ mit, dass es sich bei dem Kind, das am Dienstag eine Schreckschusswaffe mit in die Schule gebracht hatte, um einen zehnjährigen Jungen aus Grefrath handelt. Bereits am Dienstag hatte die Polizei bestätigt, dass es sich bei der Waffe um eine CO2-Pistole handelt. Eine Lehrerin entdeckte die Waffe bei dem Jungen und alarmierte die Polizei. Die Beamten konfiszierten die Gaspistole und nahmen den Vorgang auf.

Am Mittwoch nun sagte der Polizeisprecher, dass es sich um eine Pistole handelt, die für Personen ab 18 Jahren frei verkäuflich sei. Für diese Art von Schreckschusspistolen gebe es keine gesetzliche Vorschrift zur Aufbewahrung. Sie müsse weder in einem abschließbaren Waffenschrank gelagert werden noch sei ein Waffenschein nötig — auch nicht der sogenannte Kleine Waffenschein. „Nur, wenn der Eigentümer beabsichtigt, diese außerhalb der eigenen Wohnung mitzuführen, ist ein kleiner Waffenschein zu beantragen“, so der Sprecher. Am Dienstag hatte der Pressesprecher die Pistole mit den Worten „keine scharfe Waffe, aber auch kein Spielzeug“ bezeichnet.

Die Polizei habe in dem Fall nun keine weitere Handhabe. Eine Ordnungswidrigkeit liege unter anderem nicht vor, weil es eben keine speziellen Aufbewahrungsregeln gebe. Zudem sei der Zehnjährige noch nicht strafmündig. Die Eltern des Jungen werden nun von der Polizei angeschrieben. In dem Schreiben werde sinngemäß stehen, dass so eine Waffe in einer Schule nichts verloren hat, so der Sprecher. Sollten die Eltern nachweisen können, dass es sich um ihre Waffe handelt, könnten sie diese bei der Polizei abholen. „Wir bieten aber auch die fachgerechte Vernichtung der Waffe an“, so der Sprecher.

GGS-Leiterin Berrit Liebisch-Wiggert sagte am Mittwoch, dass die Erziehungsberechtigten aller Schüler nun per Elternbrief über den Vorgang informiert worden seien. Zudem habe man das Thema „Waffen und Gewalt“ am Mittwoch im Unterricht mit den Kindern besprochen. Eine frühere Information der Eltern am Dienstag sei nicht möglich gewesen, weil es bis zum späten Nachmittag Gespräche mit der Polizei zu dem Fall gegeben habe. „Mehr werde ich zu der Angelegenheit nicht sagen“, so die Rektorin im Gespräch mit der WZ. Dass die Eltern am Dienstag keine Informationen bekommen hatten, hatte ein Vater gegenüber der WZ kritisiert.