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Vokalquartett Kempen gelingt besinnliche Einstimmung auf den Advent

Konzert in der Kempener Propsteikirche : Ein besinnlicher Adventsbeginn

Das Vokalquartett Kempen hatte zum Konzert in die Propsteikirche eingeladen.

. (oeh) Abseits vom Trubel des gut besuchten Kempener Weihnachsmarktes fanden sich am Sonntagabend in der von großen weißen Kerzen in jeder Bankreihe stimmungsvoll erleuchteten Propsteikirche die Menschen ein, die nach einem besinnlichen Adventsbeginn verlangten. Es waren so viele, dass das Mittelschiff ganz gefüllt war.

Hauptakteur der Ruhe verströmenden Stunde war das Vokalquartett Kempen mit den Sängerinnen Milva Reehuis und Henriette Gössel, dem Kantor Stefan Thomas und Propsteikantor Christian Gössel, dem die Leitung und der Tenorpart oblagen. Ute Gremmel-Geuchen war die Partnerin des Quartetts an der Albiez-Orgel – sie hatte Kompositionen gewählt, die die Vokalwerke bestens ergänzten.

„Komm, komm, Immanuel“ sang das bewunderswert homogene Quartett in der lateinischen Originalsprache, langsam durch den Mittelgang Richtung Altar schreitend. Die Orgel antwortete mit einem Praeambulum von Matthias Weckmann (circa 1616–1674). „Veni Redemptor gentium – Nun komm Erlöser der Welt“ lautet ein adventlicher Hymnus, dessen Chorsätze in verschiedenen Stilistiken erklangen. Die kunstvollen Orgelverse, mit denen sie sich abwechselten, ließen die Choralmelodie stets in einer anderen Stimmlage erklingen, was Gremmel-Geuchen plastisch herausarbeitete.

„Vater unser“ in
moderner Interpretation

Die bekannte Motette Hans Leo Hasslers (1564–1612) „Dixit Maria ad angelum – Da sprach Maria zu dem Engel“, der das Quartett – neben vielen weiteren vokalen Höhepunkten – eine ganz losgelöste, aber umso bezwingendere Wiedergabe schenkte, erschien durch Heinrich Scheidemanns (circa 1596–1663) Bearbeitung für Orgel noch einmal in einem anderen Licht. Tomás Luis de Victoria (1548–1611) war mit „Gott heil‘ger Schöpfer aller Stern“ vertreten, und das „Magnificat“, der Lobgesang der Maria, erklang wieder im Wechsel mit der Orgel. Ein zeitgenössisches „Vater unser“, komponiert vom Benediktinermönch Irenäus Totzke (1932–2013), in gemäßigt moderner, fesselnder Tonsprache, nahm die Zuhörer ebenso gefangen wie die vokale Improvisation über das Lied von Jochen Klepper „Die Nacht ist vorgedrungen“. „Hab‘ keine Angst vorm Dunkel“, diesen Text hat die skandinavische Komponistin Karin Rehnqvist (*1957) nach Psalmvorlagen vertont, und darauf bezog sich die eindrückliche Schriftauslegung von Pfarrer Michael Gallach: Da Christus das Licht ist, sollen und können auch wir Licht für Andere sein.

Mit einer festlichen Orgelfuge von Matthias Weckmann endete ein bereicherndes Konzert, für das die Zuhörer in der Propsteikirche herzlich dankten. „Es ist ein Ros entsprungen“, von der Orgel intoniert und voller Wohlklang vom Quartett gesungen, war die schon auf Weihnachten weisende Zugabe.

(oeh)