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Verwaltung und Politik wünschen eigenen Wirtschaftsförderer für Kempen

Kempen: Verwaltung und Politik befürworten eigenen Wirtschaftsförderer : Wirtschaftsförderer „ist ratsam“

Fachausschuss ist sich einig, dass ein Kümmerer nötig ist, um Kempens wirtschaftliche Interessen zu wahren. 

Mit so viel Zuspruch für einen Antrag seiner Partei hatte Michael Rumphorst (Grüne) nicht gerechnet: „Das ist glaube ich noch nie passiert“, sagte er am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Liegenschaften und Wirtschaftsförderung. Um Letzteres ging es an diesem Abend besonders: Gleich zweimal stand es auf der Tagesordnung.

So hatte die SPD-Fraktion in der Oktobersitzung beantragt, dass ein Vertreter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Viersen (WFG) darüber berichtet, was diese für die Stadt Kempen in den vergangenen Jahren geleistet hat und welche Erfolge erzielt wurden. Mit dem Hintergrund, dass die Grünen einen Antrag gestellt hatten, eine Stelle für einen Wirtschaftsförderer bei der Stadt einzurichten. Der Bericht sollte mehr Hintergrund-Infos für eine Diskussion liefern, wie Jürgen Pascher (SPD) sagte.

Wirtschaftsförderung
hat sich verändert

Und dieser soll von WFG-Geschäftsführer Thomas Jablonski kommen, der jedoch, das war im Vorfeld schon klar, am Dienstag andere Verpflichtungen hatte. Der Vortrag wird jedoch nachgeholt. Doch Bürgermeister Volker Rübo – ebenfalls WFG-Geschäftsführer – konnte da zunächst aushelfen. Vor einem Monat habe die Stadt in einem Workshop erarbeitet, dass „es ratsam“ sei, einen Wirtschaftsförderer zu bestellen. Die Arbeit der WFG habe sich im Gegensatz zu früher stark verändert. Ging es damals in der Hauptsache um die Vermarktung von Grundstücken, spiele dies heute keine Rolle mehr. Projektbeteiligung und Bestandspflege seien nun die Hauptthemen. Netzwerkpflege, Besuche von Veranstaltungen und Messen. Dinge, die Heinz-Peter Teneyken als Abteilungsleiter für Liegenschaften bei der Stadt zeitlich nicht mehr leisten könnte. Rübo: „Seit dem Paradigmenwechsel bei der WFG können wir uns als Stadt anders einbringen.“

Mehr eigene Interesse wahrnehmen, da man als Stadt im Wettstreit mit anderen Kommunen stehe,  nannte Michael Rumphorst als Grund für den Grünen-Antrag. Seine Fraktionskollegin Ute Straeten betonte, dass auch eine Einbindung der Wissenschaft, sprich von Hochschulen, in die Wirtschaftsförderung wichtig sei. „Wir entwickeln uns zunehmend in einen Arbeitnehmermarkt. Und brauchen Fachkräfte.“ Der Antrag erhielt von den anderen Fraktionen volle Unterstützung. Dementsprechend ging eine Empfehlung an den Rat, einen Stelle in der Verwaltung für Wirtschaftsförderung in Vollzeit und unbefristet zu schaffen. Details wie Stellenbeschreibung und welchem Amt die Stelle zugeordnet wird, müssen noch geklärt werden.