Verwaltung beleuchtet die Arbeit des Jugendamtes in Kempen

Jugendhilfe : Das Kempener Jugendamt in Zahlen

Auf Antrag der Grünen hat die Verwaltung die einzelnen Arbeitsfelder des Jugendamtes beleuchtet.

Das Jugendamt der Stadt Kempen hat vielfältige Aufgaben. Von der Organisation des Ferienspaßes über die Verteilung der Kita-Plätze bis hin zum Eingreifen bei einer Kindeswohlgefährdung – Arbeiten mit unterschiedlichen Verantwortungen sind im Amt an der Antoniusstraße angesiedelt. Um einen besseren Überblick über die Belastung der Mitarbeiter zu bekommen, hatte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag mit mehreren Fragen gestellt. Am heutigen Dienstag wird Dezernent Michael Klee im Jugendhilfeausschuss in einem Jahresbericht für 2018 die entsprechenden Antworten liefern.

Laut Vorlage für die Sitzung haben die Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen im vergangenen Jahr 2481 Fälle bearbeitet. Die meisten im Bereich Unterhaltsvorschuss (963). Gefolgt vom Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD). In dieser klassischen Bezirksarbeit des Jugendamtes wurden 513 Fälle gezählt. 118 Mal ging es dabei um sogenannte Kindeswohlgefährdungen. 108 seien tatsächliche Fälle von einer Gefährdung gewesen, in zehn Fällen habe es sich nur um einen Verdacht gehandelt. Ein weiteres großes Stück des Tortendiagramms macht der Bereich der Jugendgerichtshilfe aus. Hier waren es laut Stadt in 2018 352 Fälle. Die weiteren Fallzahlen verteilen sich unter anderem auf Beistandsschaften (310), Wirtschaftliche Jugendhilfe (137) und den Pflegekinderdienst (36).

Nach Angaben der Stadt Kempen hat jeder Mitarbeiter des Jugendamtes im Durchschnitt rund 171 Fälle in 2018 bearbeitet. Dabei seien 1358 Überstunden – aufgeteilt auf sieben Voll- und 13 Teilzeitstellen – zusammengekommen. Zahlen, die sicher auch den anhaltenden Vakanzen im Stellenplan des Jugendamtes geschuldet sind. Weiterhin sind nach Angaben des Dezernates fünf Stellen in der Kernverwaltung nicht besetzt. Darunter auch die Leitung und ein Stellvertreterposten. Für beide Stellen steckt die Stadt Kempen bereits im zweiten Bewerbungsdurchlauf. In den ersten Verfahren hatten sich keine geeigneten Kandidaten gefunden (die WZ berichtete). So ist die Jugendamtsleitung nach der Kündigung durch Heike Badberg nun schon seit einem Jahr nicht besetzt. Weiterhin fungiert Beigedordneter Klee als kommissarischer Leiter des Jugendamtes.

Im Zusammenhang mit der Belastung der Mitarbeiter hatten die Grünen auch nach der Bearbeitungsdauer von Anträgen gefragt. Dazu macht die Verwaltung in der Sitzungsvorlage nur die Angabe, dass diese entsprechenden Daten nicht erfasst werden.

Stadt will künftig Zahlen
per Monitoring bereitstellen

Ob sich das ändern wird, ist zwar ungewiss. Dennoch will die Stadt Kempen künftig deutlich mehr Daten erfassen und auch veröffentlichen. Michael Klee hatte dies schon gegenüber der WZ angedeutet. Nun soll es für einige Teile des Verwaltungshandelns ein sogenanntes Monitoring geben. Diesen Vorschlag will Michael Klee am heutigen Dienstag in der Sitzung machen. Der Kreis Viersen habe bereits 2016 ein Kreismonitorung eingeführt. Dieses sei ein „themenübergreifendes Grundlagenwerk für die strukturelle Entwicklung im Kreis Viersen“. Ein Beispiel, an dem sich die Stadt Kempen nun orientieren will. Das Monitoring soll grafische Darstellungen liefern, mit denen Politik und Verwaltung im operativen Geschäft arbeiten können. Die kommunalen Themen Kempens sollen abgebildet werden – „sachlich-objektive Kurzinterpretationen“ inklusive.

Was sich genau hinter dem Kempener Monitoring verbirgt, will Klee den Politikern am Abend vorstellen. Und ebenso die nächsten Schritte zur Einführung aufzeigen. Der Jugendhilfeausschuss tagt am heutigen Dienstag um 18 Uhr im Rathaus am Buttermarkt, Sitzungssaal, zweite Etage.

kempen.de

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