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„Verschattung“ in Schulen: Hitzige Debatte, aber die Schüler müssen weiter schwitzen

„Verschattung“ in Schulen: Hitzige Debatte, aber die Schüler müssen weiter schwitzen

Im Kempener Rat ging es erneut um eine „Verschattung“ in Schulen.

Kempen. Zu später Stunde wurde in der Ratssitzung am Dienstag noch einmal heiß diskutiert. Schließlich ging es um ein hitziges Thema. Seit 2016 ist bekannt, dass es in den Gebäuden von Real- und Gesamtschule sowie dem Luise-von-Duesberg-Gymnasium (LvD) Räume gibt, die im Sommer nicht wirklich herunterzukühlen sind. Schüler klagen über Kopfschmerzen. An Lernen sei teilweise nicht zu denken, berichten Eltern und Lehrer. Politik und Verwaltung versprachen eine Lösung. Doch passiert ist bislang wenig bis nichts. Das brachte die Grünen nun dazu, in der Ratssitzung einen spontanen Antrag zu stellen, dass die Verwaltung so schnell wie möglich eine sogenannte Verschattungsanlage in den betroffenen Räumen installiert. In einer Sitzungsunterbrechung berieten die Fraktionen also zum einem über den FDP-Antrag zu den St. Huberter Umkleidekabinen und zum anderen über das Hitzeproblem in den Schulen.

„Es ist eine absolute Zumutung für die Kinder. Und dass dort seit zwei Jahren nichts passiert, ist nicht mehr hinnehmbar,“ sagte Monika Schütz-Madré in Richtung Verwaltungsspitze. Unterstützung erhielten die Grünen von der FDP. Und im Grundsatz auch von den anderen Fraktionen. Nach einer Einlassung des zuständigen Dezernenten, Michael Klee, stellten CDU und Freie Wähler Kempen (FWK) jedoch den Sinn des Antrags infrage. Schließlich sei die Verwaltung weiterhin dabei, das Problem zu lösen.

„Stand jetzt gehen wir davon aus, dass eine Verschattung an den Fenstern der Räume nichts bringen wird“, so Klee. Dies hätten Analysen ergeben. Durch den Einsatz von Folien sei die Temperatur in den Räumen nur um ein Grad Celsius gesenkt worden. „Da können Sie zehn Folien drauf kleben, es bringt nichts“, sagte Klee in Richtung der Grünen.

Es sei immer noch nicht gelungen, das eigentliche Problem bzw. die Ursache ausfindig zu machen, sagte der Dezernent. „Vielleicht liegt es an der EDV-Technik unterm Dach, vielleicht aber auch an anderen Dingen. Wir wissen es einfach noch nicht“, so Klee. „Anstatt jetzt für irgendetwas Geld auszugeben, das möglicherweise nichts nützt, schlägt die Verwaltung vor, dass sich ein Klimatechniker die Sache anschaut“, so der Dezernent.

Für dieses Vorgehen erhielt der Beigeordnete Unterstützung von der Mehrheit des Rates. Der Grünen-Antrag, die sogenannte Verschattung sofort umzusetzen, wurde daher abgelehnt. Klee sicherte den Fraktionen zu, in der nächsten Sitzung des Schulausschusses am 17. Mai Ergebnisse der Analyse zu präsentieren. „Vielleicht laden wir einen unabhängigen Experten ein, dem Sie dann mehr Glauben schenken als der Verwaltung“, fand der Dezernent deutliche Worte.

Die Grünen akzeptierten das Vorgehen, dass im nächsten Schulausschuss etwas Handfestes auf dem Tisch liegen soll. Schütz-Madré: „Dann wird es aber Zeit. Das darf nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden.“