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Vatertag im Kreis Viersen: Fahrradtour nur mit zwei Vätern erlaubt

Blick nach Kempen und Tönisvorst : Vatertag: Fahrradtour nur mit zwei Vätern erlaubt

Auch an Christi Himmelfahrt gelten die Corona-Regeln, Kreis und Städte kontrollieren – ein Blick nach Kempen und Tönisvorst.

Am Donnerstag ist Vatertag. Und wäre alles wie immer, würde am Landgasthof Bellen an der Hülser Straβe 252 in St. Hubert eine Live-Band für Musik und gute Stimmung sorgen. Große Gruppen von Männern wären auf ihren Fahrrädern am Niederrhein unterwegs. Und zwischen 400 und 600 Menschen würden im Biergarten ein- und ausgehen.

Einlasskontrolle
am Biergarten

Aber eine Party ist in Corona-Zeiten nicht möglich. Stattdessen muss nun auch Petra Bellen-Bielinski ein Auge darauf haben, dass keine größeren Gruppen kommen. „Jeder, der etwas Gutes essen und gemütlich ein Bier trinken möchte, ist herzlich willkommen“, lädt die Hausherrin ein. Aber die sonst üblichen großen Vatertagsgruppen muss sie abweisen. Das habe das Ordnungsamt im Vorfeld noch einmal deutlich gemacht. An einem Fenster wird es daher eine Einlasskontrolle geben. Zudem bittet Bellen-Bielinski um eine Tisch-Reservierung. Denn mit Blick auf das Abstandsgebot können nur noch 24 Plätze drinnen und 24 Plätze draußen angeboten werden.

Trotz der teilweisen Lockerungen der Corona-Regelungen gelten die Kontaktbeschränkungen weiter. Darauf weist der Kreis Viersen vor dem Feiertag noch einmal hin. Denn diese bedeuten, dass Ausflüge und Aktivitäten nur eingeschränkt möglich sind. Feiern und Veranstaltungen zu Christi Himmelfahrt Vatertag müssten entsprechend wegen der Corona-Pandemie ausfallen, so der Kreis.

Fahrradtouren, Wanderungen und Ausflüge mit der Familie sowie von Personen aus maximal zwei verschiedenen Haushalten sind gestattet. „Darüberhinausgehende Zusammentreffen und Feiern von Personen können jedoch nicht wie gewohnt stattfinden.“ Das gilt auch für die an diesem Tag so beliebten Fahrradtouren von Väter-Gruppen. Auch dabei darf man nur zu zweit oder mit zwei Familien unterwegs sein.

Der Kreis Viersen habe mit den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden besprochen, möglichen Verstößen konsequent nachzugehen. Wer gegen die Kontaktbeschränkungen verstößt, muss mit Geldbußen rechnen.

„Die Kräfte des Ordnungsamtes werden ganz normal so wie an jedem anderen Tag auch im ganzen Stadtgebiet unterwegs sein“, sagt Stadtpressesprecher Christoph Dellmans. Es werden also keine besonderen Maßnahmen ergriffen. „Wir setzen da auch auf die Vernunft der Menschen.“ Wenn „Hotspots“ gemeldet würden, werde man dem natürlich nachgehen.

Ein Ort verspricht allerdings schon ein Anziehungspunkt zu werden: der Königshüttesee. Auf dem privaten Gelände des Baggersees gibt es immer wieder Probleme mit Schwimmern, die sich illegal Zutritt zu dem Gelände verschaffen, und dort Müllberge hinterlassen. Dort will die Stadt Kempen am Donnerstag genauer hinschauen.

Auch die Stadt Tönisvorst ist auf den Feiertag vorbereitet. „Die Stadtverwaltung wird konsequent die Regelungen der Coronaschutzverordnung, insbesondere das Kontaktverbot, beachten und durch den KOD Kontrollfahrten machen“, so Stadtsprecherin Catharina Perchthaler. Zu bestimmten Orten oder der Anzahl des Personals will die Verwaltung aus taktischen Gründen nichts sagen. Perchthaler weist noch einmal darauf hin, dass Picknicken und Grillen auf öffentlichen Plätzen weiterhin laut untersagt ist.

Wie der Tag für die Gastronomen wird, ist noch nicht zu sagen. Vielleicht zieht es die eine oder andere Herren-Truppe mit Blick auf die Beschränkungen eher in den privaten Garten. Angebote von Super- und Getränkemärkten für Grill-Pakete und Co. legen das nahe.

Im Landgasthof Bellen hofft Petra Bellen-Bielinski darauf, dass die Vorgaben weiter gelockert werden. Seitdem die Restaurants wieder öffnen dürfen, ist es ruhig. „Die Leute trauen sich noch nicht“, stellt die Gastronomin fest. Daher geht der Abhol- und Lieferdienst auch erst einmal weiter. Aber es wäre schon mal ein gutes Zeichen, wenn der „kontaktlose Mannschaftssport“ Kegeln wieder aufgenommen werden könnte. Das Ordnungsamt sei bereits vor Ort gewesen. „Nun warten wir auf grünes Licht“, so Petra Bellen-Bielinski.

(ulli)