Urkunde für einen grünen Daumen

53 junge Leute haben ihre Prüfungen zum Landschaftsgärtner oder Werker bestanden.

St. Hubert/Kreis Viersen. „Nur die Harten kommen in den Garten“, dies ist so eine Redensart, die aber irgendwie auf die 53 jungen Leute zutrifft, die sich zuletzt in der Regel drei Jahre lang draußen in frischer Luft und vielem Grün aufgehalten haben, beziehungsweise die außerdem Theorie und Praxis in den Betrieben oder im Rhein-Maas-Berufskolleg beigebracht bekamen. Sie hatten die Ausbildung zum Landschaftsgärtner in den einzelnen Fachbereichen geschafft, darunter waren auch 17 Werker/Werkerinnen. Jetzt fand die Lossprechung im großen Gartenbaubetrieb von Georg Hanka in St. Hubert statt.

Die jungen Leute bekamen dort ganz offiziell die Lizenz für den Garten. „Willkommen in unserem Team“, sagte zu Beginn der Feierstunde Christin Worbs, Geschäftsführerin des NRW-Landesverbandes Gartenbau. Sie verglich die gezeigten Leistungen mit der Fußball-WM und dem Abschneiden der deutschen Mannschaft in Russland und meinte schmunzelnd zu den jungen Leuten: „Sie sind unsere tatsächlichen Gewinner dieses Sommers.“ Auf welcher Position die frisch gekürten Gesellen zukünftig spielen würden, hänge von ihrem Durchhaltevermögen, von ihrem Fleiß und von ihrer Kreativität ab. Christin Worbs: „Nutzen Sie vor allem die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, auch um dem Fachkräftemangel zu begegnen.“

Über das ganze Gesicht strahlte während der Feierstunde, die später am kalten und warmen Buffet endete, die Schiefbahnerin Hanna Liedtke. Die 22-Jährige, die eine Ausbildung bei den städtischen Willicher Gemeinschaftsbetrieben gemacht hatte, war mit einem Noten-Durchschnitt von 1,39 die punktbeste Landschaftsgärtnerin geworden. Hanna Liedtke sagte auf Nachfrage der WZ: „Die Ausbildungszeit war super, ich bleibe erst einmal bei der Stadt Willich, will aber möglichst schnell meinen Meister machen.“ Auf den nächsten vorderen Plätze waren Peter Nelißen (Ausbildungsbetrieb: Lotzemer-Jentges, Schwalmtal) und Frederic Büschgens (Gartenbaubetrieb Lynders, Niederkrüchten) gekommen.

Neben den Eltern und Vertretern von Landwirtschaftskammer und einiger Ausbildungsbetriebe waren natürlich die Lehrer vom Willicher Standort des Rhein-Maas Berufskollegs gekommen, so die Leiterin des Berufskollegs, Elke Terbeck. Außerdem die Willicher Standort-Leiterin Annett Richter mit dem Abteilungsleiter „Agrarwirtschaft“ Tri-Cuong Vu, der gemeinsam mit seiner Frau Frauke sowie mit Eva Huber und Nicole Hörnemann die jungen Leute an den Berufsschultagen unterrichtet hatte. Größtenteils war dies der Garten- und Landschaftsbau gewesen, aber es gab unter anderem die Spezialisierung auf Zierpflanzen, Baumschulen, Produktion oder auf den Obst- oder Gemüseanbau.

Tri-Cuong Vu stellte heraus, dass einige Garten-Teams seines Kollegs kürzlich bei einem landesweiten Nachwuchscup gut abgeschnitten hätten. Er teilte aber auch mit, dass ab dem nächsten Schuljahr der Fachbereich des Produktions-Gartenbaus wegfallen werde, da es zuletzt dafür nur drei Anmeldungen gegeben habe.

Neben der klassischen Vollausbildung — acht fielen zuletzt durch die Prüfungen — gibt es nach wie vor so für Absolventen der Förderschulen die Möglichkeit, sich als Werker oder Werkerin ausbilden zu lassen. Dies hatten im abgelaufenen Schuljahr 17 junge Männer und Frauen geschafft. Punktbeste war hier die 21-jährige Süchtelnerin Simapron Suwan Nun, die im Zierpflanzenbau arbeitete und auf einen Notenschnitt von 1,65 kam. Dahinter: Lars Tilgert und Fabian Link.

Zu den Gratulanten gehörten noch Leif Harzer vom NRW-Verband Garten-, Landschafts- und Sportstättenbau sowie Kreis-Gärtnermeister Frank Bott. Der ehemalige Kreis-Gärtnermeister Peter Esser (Tönisvorst) war ebenfalls gekommen. Er wünschte sich, dass die Ausbildung mit den verschiedensten Fachbereichen noch mehr Interesse als derzeit finden müsse.