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Umstrittene Altpapiercontainer bleiben

Umstrittene Altpapiercontainer bleiben

Künftig übernehmen die Malteser ehrenamtlich die wöchentliche Reinigung der oft verdreckten Standorte. Bauamtsleiter Michael Räppel kritisiert die Entscheidung.

Grefrath. Drei Möglichkeiten standen zur Debatte, beschlossen wurde eine neue vierte: Die umstrittenen, weil oft zugemüllten Altpapiercontainer in Grefrath werden nicht abgeschafft, sondern bleiben an Ort und Stelle. Für ihre Sauberkeit sorgen die Malteser. Das entschied der Bauausschuss am Montagabend im Rathaus Oedt — sehr zum Leidwesen von Bauamtsleiter Michael Räppel. „Die Malteser wissen nicht, auf was sie sich einlassen“, sagte er. Er hätte „nach immer wieder erfolgten Beschwerden“ die sogenannten Depotcontainer am liebsten komplett abschaffen lassen.

Das wäre eine von drei ursprünglichen Lösungen gewesen — nach dem Motto: Keine Container, keine davor gestapelten Pappkartons und Abfälle. Die anderen zwei Vorschläge: Container abschaffen und stattdessen ein Behältnis auf dem Bauhof für Altpapier-Abfälle der Bürger freigeben oder den jetzigen Zustand belassen und die Verschmutzungen hinnehmen.

Ideal schien dem Ausschuss keine der Ideen: Dreck an den Standorten will keiner, die Bauhof-Regelung hätte höhere Kosten verursacht. Nach Einschätzung von Bernd Bedronka (SPD) hätten „von 15 000 Grefrathern 14 900 darunter leiden“ müssen. Schließlich tanzten nur wenige Bürger aus der Reihe und beschmutzen die Umgebung der Container.

Der Brief des Malteser Hilfsdienstes kam da gerade recht. „Wir sind dazu bereit, den Müll an den Container-Standorten einmal in der Woche zu entsorgen“, schrieb Ortsbeauftragter Lothar Kemski. Die Malteser zeigen sich dankbar, erhalten sie doch Sondergenehmigungen für ihre Altkleidercontainer an denselben Standorten, die sie einmal wöchentlich abfahren.

Im Ausschuss wiederholte Kemski sein Angebot. Wie Lommetz und Bedronka plädierte Helmut Dickmanns (CDU) dafür, „das Angebot der Malteser anzunehmen“. Dem schlossen sich alle Fraktionen an. Einschränkung: Zum Jahresende sollen Verwaltung und die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Malteser abklären, ob die neue Regelung in der Praxis funktioniert.