Um die Zukunft des Dezernenten ist ein heftiger Streit entbrannt

Schlammschlacht in Kempen : Die Grünen nehmen Michael Klee in Schutz

Öffentliche Kritik seitens der CDU am Dezernenten sei „schäbig“.

Um die Zukunft des Schul- und Sozialdezernenten Michael Klee entwickelt sich in Kempen eine Schlammschlacht. Nach der öffentlichen Kritik von der CDU in einem Pressegespräch am Dienstag, nehmen die Grünen den Beigeordneten nun in Schutz. Klee sei lediglich ein „Bauernopfer“ für das „Desaster in der Verwaltung“, heißt es in einer Stellungnahme der Fraktion. Den Aussagen von CDU – und auch von FDP und Linken – in den vergangenen Monaten sei zu entnehmen, dass ein Schuldiger gefunden worden sei. Anstelle von Klee sehen die Grünen eher Bürgermeister Volker Rübo in der Verantwortung. Dies versieht die Partei mit einer scharfen Attacke: „Herrn Klee für die Unfähigkeit des CDU-Bürgermeisters allein verantwortlich zu machen, entbehrt jeglicher Substanz.“ Es sei „schäbig“, Klee zum Sündenbock zu machen.

Vielmehr habe Klee vor rund acht Jahren Schulen und Kitas vorgefunden, „die über Jahre in ihrer Bausubstanz vernachlässigt und kaputt gespart wurden (trotz des damaligen Konjunkturpakets)“. Bürgermeister Rübo habe die Schulen nicht im Fokus gehabt – auch nicht im Amt des Schuldezernenten, das er bis 2009 innehatte.

Nach der öffentlichen Kritik aus den Reihen der CDU heben die Grünen „viele gute Ideen und viel Elan“ von Klee hervor. So habe er in den Bereichen Kinderbildungsgesetz, Gesamtschule/Inklusion, Quartiersentwicklung und Versorgung von Flüchtlingen große Herausforderungen gemeistert.

Sollte er in Kempen bleiben wollen, müsste sich Klee im März 2020 zur Wiederwahl stellen. Angesichts der Kritik ist es aber wohl ausgeschlossen, dass die CDU ihn erneut wählen wird. Gleiches gilt nach Informationen der WZ auch für andere Fraktionen. Öffentlich stehen nur SPD und Grüne zu Klee. „Bündnis 90/Die Grünen stehen nach wie vor hinter Michael Klee. Wird er im März 2020 nicht wieder gewählt, hat dies fatale Folgen für Kempen“, heißt es in der Stellungnahme. „Weder CDU noch FDP noch Linke können sicherstellen, dass in der aktuellen Arbeitsmarktlage zeitnah eine geeignete und kompetente Nachfolge gefunden wird.“