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Überfall: Geldsorgen in Pizzeria als Motiv

Überfall: Geldsorgen in Pizzeria als Motiv

Italiener muss sich nach Tat in Tönisberg verantworten.

Tönisberg/Krefeld. Wegen drückender Geldsorgen in der elterlichen Pizzeria habe er sich zu dem Überfall in Tönisberg hinreißen lassen. Und er bereue es zutiefst. So äußerte sich der 34-jährige Angeklagte S. aus Gelsenkirchen am Freitag vor dem Krefelder Landgericht.

Vor diesem muss sich der einschlägig vorbestrafte Italiener wegen schweren Raubes verantworten. Zum Prozessauftakt bestätigte er die Anklage in allen Punkten und gab zu, mit zwei weiteren Männern aus Gelsenkirchen und Essen im März 2010 eine Autowerkstatt in Tönisberg überfallen und dabei die zum Tatzeitpunkt 48-jährige Ehefrau des Besitzers bedroht, gefesselt und ausgeraubt zu haben.

Zuvor habe man einen Tipp bekommen, dass dort etwas zu holen sei. Das soll Grund genug gewesen sein für das Trio, sich mit Perücken, Brechstange und Pistole auf den Weg nach Tönisberg zu machen. Laut Anklage soll einer der Männer in der Nähe des Firmengeländes im Auto gewartet haben, während S. das Opfer vor der Werkstatt angriff, ihren Kopf nach unten drückte und sie mit einer zumindest echt aussehenden Pistole zwang, die Tür zur Halle zu öffnen.

Während er dann die Frau am Boden mit der Pistole in Schach hielt, habe sein Mittäter den Tresor mit rund 4500 Euro Bargeld geleert und aus einem Nebenraum Goldbarren im Wert von rund 7000 Euro entwendet. Anschließend hätten sie die Frau gefesselt liegenlassen und seien geflohen.

Während S. in Italien untertauchte und erst vor einem halben Jahr dort festgenommen wurde, wurden seine beiden Mittäter bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Aufgeflogen war das Trio, weil einer der Männer bei der Flucht seine Perücke weggeworfen hatte. Daran wurde seine bereits bekannte DNA festgestellt.

Trotz des Geständnisses von S. blieb dem Opfer, der heute 52-jährigen Frau, die Aussage nicht erspart. Der Angeklagte habe gedroht, sie umzubringen und eine Sprengladung anzubringen, sagte sie. Wenn ihr Mann das nächste Mal die Werkstatt betreten würde, würde es sofort „Bumm“ machen.

Bis heute habe sie Angst alleine zu sein, so die Zeugin. Sie habe sich einen Hund zum Schutz zugelegt.