Trotz Kritik: Rat bringt Konzept für Oedt auf den Weg

Trotz Kritik: Rat bringt Konzept für Oedt auf den Weg

Vor allem der Inhaber des Girmes-Geländes ist nicht einverstanden.

Oedt. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für Oedt ist beschlossene Sache. Der Gemeinderat stimmte dem Konzept samt Maßnahmenpaket und noch einmal leicht verändertem Kostenplan in der Sitzung am Montagabend bei einer Enthaltung zu. Im Rahmen der Offenlegung waren noch einige Anmerkungen und Bedenken von Bürgern eingegangen.

So hatten die Eigentümer des Hauses an der Hochstraße 26 Einspruch eingelegt, weil ihr Haus laut Plan abgerissen werden soll. Für die Gemeinde ist dieses Vorhaben ein zentraler Punkt, weil damit die Aufenthaltsqualität der Ortsmitte erhöht und eine Anbindung zwischen Albert-Mooren-Halle und Marktplatz erreicht werden könne. Aber die Verwaltung stellt auch klar, dass kein Eigentümer zum Verkauf des Hauses verpflichtet werden könne.

Der Kreis Viersen sieht den Bau eines Besucherzentrums an der Burg Uda — dort ist Landschaftsschutzgebiet — kritisch. Deutliche Kritik kommt auch von Helmut Pasch von der Girmes Vermarktungs- und Entwicklungs-GmbH (GVE). Diese fühle sich in die Planungen nicht ausreichend eingebunden. Mit Miteigentümern des Girmes-Areals sei nicht gesprochen worden.

Besonders kritisch sieht er die angedachte Wohnbebauung zwischen Girmes-Gelände, Rathaus, Friedhof und Oststraße. Diese Maßnahme sei für ein Fortbestehen des Girmes-Areals ungeeignet und kontraproduktiv. Die Wohnhäuser würden dann zu nah an den Gewerbeflächen stehen. Schon jetzt gebe es Beschwerden unter anderem wegen zu lautem Lkw-Verkehr. Stattdessen solle die Fläche eher als Parkplatz genutzt werden.

Auch in der Anbindung sieht die GVE Probleme. Die Idee, die Zuwege zu den GVE-Gewerbeflächen als Gehweg auszubauen, stößt ebenfalls auf deutliche Kritik. Dieser Bereich werde als Anfahrtsfläche und für Parkplätze gebraucht, so dass dort ein Geh- oder Flanierweg stören würde.

Die Gemeinde weist die Kritik zurück. Die GVE sei sowohl in persönlichen Gesprächen als auch im Rahmen der öffentlichen Beteiligung und politischen Beratung eingebunden worden. Für das Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe im „Entwurf Oststraße“ seien in den Planungen Maßnahmen zum Lärmschutz vorgesehen. Da auch Einzelhandel und Dienstleistungen auf dem Girmes-Areal geplant bzw. vorhanden sei, sei auch eine verbesserte Anbindung an das örtliche Wegenetz wünschenswert.

Zusammen mit einem Planungsbüro und unter Beteiligung der Bürger wurde das Konzept entwickelt. Insgesamt sind Maßnahmen mit einem Gesamtwert von knapp elf Millionen Euro aufgelistet. Die Gemeinde rechnet mit einem Eigenanteil von 3,5 Millionen Euro. Kernstücke sind die Umgestaltung des Marktplatzes und des Vorbereichs der Albert-Mooren-Halle für 1,4 Millionen Euro, die Sanierung der Mooren-Halle sowie die Umgestaltung weiterer Straßen und Plätze. Das Konzept ist Voraussetzung für eine Städtebauförderung. Die einzelnen Maßnahmen werden, wenn es soweit ist, noch von der Politik beraten und beschlossen.