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Triorgánico musiziert und tanzt in der Kempener Paterskirche

NRW : Triorgánico eröffnet die Reihe der Weltkonzerte eigenwillig

Als „Abenteurer lateinamerikanischer Musikwelten“ bezeichnete sich das belgisch-mexikanische Trio Triorgánico, das mit seinem Auftritt in der Kempener Paterskirche die Reihe der Weltkonzerte in der Saison 2021/22 eröffnete.

Das Trio besteht aus Patricia Van Cauwenberge (Perkussion, Cajon, Bombo, Tanz),  Osvaldo Hernandez Napoles (Fideln, Blasinstrumente, Perkussion, Gesang) und Juan Carlos Bonifaz (Marimba, Perkussion).

Musikalisch lassen sich Abenteuermomente kaum wiederfinden; die ersten Stücke des Programms bieten wenig Spannung und auch keine Entdeckungen für den Laien in Sachen lateinamerikanischer Musik. Freundlich und gefällig plätschert die Musik daher. Schließlich übernimmt Bonifaz die Moderation auf Spanisch, Hernandez Napoles folgt auf Englisch. Er lobt den „Platz und seine Energie“. Davon könnte gerne im Spiel der drei mehr zu hören sein.

Immer wieder legen sie etwas Virtuosität an ihren Instrumenten an den Tag, Hernandez Napolez zum Beispiel in einem Solo mit zwei Rasseln, Bonifaz an der Marimba kann auf seinem Instrument sich stärker virtuos präsentieren.

Die drei Musiker teilen ihr Wissen nicht mit dem Publikum

In der nächsten Moderation erklärt der Marimbaspieler, dass man dieses Konzert allen Musikkulturen Lateinamerikas widme, die Musik für viele unterschiedliche Gelegenheiten besäße. Aber konkret wird er nicht und Erklärungen zu den dargebotenen Stücken, ihre Zuordnungen zu den Musikkulturen, aus denen sie stammen, fehlen. Die drei Insider der lateinamerikanischen Musik teilen ihr Wissen nicht mit dem Publikum.

In der zweiten Hälfte ihres Auftritts gibt es dann Stücke, die dann doch auffallen und etwas Atmosphäre schaffen. Mit ihren Instrumenten versetzt das Trio sein Publikum in den tropischen Regenwald und macht daraus ein kleines Hörspiel Urwald.

Großes Staunen löst dann Patricia Van Cauwenberge als Tänzerin aus. Für diesen Beitrag hat man einen Holzboden in den Chorraum gelegt, so dass die Holzkugeln an Kordeln, die die Tänzerin bei ihrer Choreographie im hohen Tempo kreisen lässt, mit ihrem rhythmischem Knallen zu Perkussionsinstrumenten werden. Es ist sehr schade, dass es auch zu solch einem Tanz, den vermutlich noch niemand im Publikum gesehen hat, keinerlei Erklärungen gibt.