Tönisvorster Hilfe sammelt wieder Lebensmittel

Ehrenamt : Für ein schönes Weihnachtsfest

Die Ehrenamtler der Tönisvorster Hilfe sammeln wieder Lebensmittel.

Ein duftender Weihnachtsbraten steht auf dem Tisch, dazu gibt es Rotkohl und Klöße. Vielleicht ein Glas Rotwein dazu. Ganz klassisch eben. Und lecker. An den Weihnachtstagen gönnen sich viele Familien gern mal ein richtig tolles Festessen. Soll ja schließlich etwas Besonderes sein. Was aber, wenn dafür kein Geld da ist? Wenn Braten, Klöße und Rotkohl längst zur Utopie geworden sind und es selbst für Nudeln mit Tomatensauce kaum mehr reicht? Dann kommen Menschen wie Jürgen Beyer ins Spiel. Der 78-Jährige engagiert sich ehrenamtlich bei der Tönisvorster Hilfe.

Eines stellt Beyer, der Vorsitzender des Vereins ist, allerdings sofort klar: „Um den Weihnachtsbraten geht es bei uns nicht.“ Und auch nicht darum, bedürftigen Familien eine Vollversorgung zu bieten. „Bei uns bekommen vielmehr die, die nicht allein über die Runden kommen, eine kleine Unterstützung.“ Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Alle Lebensmittel
sind gespendet

Alle 14 Tage geben die Aktiven der Tönisvorster Hilfe im Marienheim Lebensmittel an Bedürftige aus. Frisches Obst und Gemüse, Reis und Nudeln, Milchprodukte, Fleisch und Backwaren. Alle Produkte sind Spenden von Supermärkten und Landwirten, von Metzgern und Bäckern aus dem Ort. Immer wieder spenden Privatleute außerdem auch Geld und unterstützen den Verein auf diese Weise.

Jetzt in der langsam beginnenden Vorweihnachtszeit haben die Ehrenamtlichen der Tönisvorster Hilfe noch mehr zu tun als sonst. „Denn in diesen Wochen kommen noch mehr Leute zur Lebensmittelausgabe als während des restlichen Jahres“, erklärt Jürgen Beyer. „Gerade zum Fest zwickt es bei vielen eben besonders im Geldbeutel.“

Süßigkeiten versuchen die Aktiven der Tönisvorster Hilfe zu Weihnachten vermehrt an Familien auszugeben. „Damit die Kinder ein schönes Fest haben.“ Schon jetzt in den Wochen vor dem Fest sammelt der Verein außerdem verstärkt Mehl, Zucker und andere Zutaten, die man zum Backen braucht. Ebenfalls sehr gefragt, besonders zu Weihnachten, sei Kaffee, so Jürgen Beyer weiter. „Da Kaffee aber sehr lange haltbar ist, bekommen wir den in der Regel nur sehr selten als Spende. Und wir können nur ausgeben, was wir bekommen.“

Produkte wie etwa Backzutaten sind auch in den Lebensmitteltüten, die die Tönisvorster Hilfe bei ihrer vorweihnachtlichen Sammelaktion bei Rewe in St. Tönis, unter anderem an diesem Donnerstag, 8. November, verkauft. „Aber auch Reis und Nudeln, Grundnahrungsmittel eben.“

42 aktive Ehrenamtliche hat die Tönisvorster Hilfe derzeit, im Schnitt versorgen diese etwa 200 Menschen wöchentlich. Die Hälfte davon sind Hartz IV-Empfänger, Rentner mit Grundversorgung und andere Bedürftige, deren finanzielle Mittel nicht ausreichen. Die andere Hälfte sind geflüchtete Menschen, die neu an den Niederrhein gekommen sind. „Die Nachfrage für eine häufigere Lebensmittelausgabe wäre sicherlich da“, weiß Jürgen Beyer. „Wir müssen aber auch erst einmal die Waren heranschaffen, öfter schaffen wir es einfach nicht.“

Ein paar jüngere Mithelfer würde sich der Vorsitzende wünschen. „Wir sind fast alle Rentner. Junge Menschen, die körperlich noch richtig fit sind und mit anpacken können, die wären eine große Hilfe“, sagt der 78-Jährige. Denn Lebensmittelspenden abholen und ins Marienheim zur Ausgabe bringen, das ist durchaus körperlich anstrengend.

Mehr von Westdeutsche Zeitung