Thema Ostern im Unterricht der Astrid-Lindgren-Grundschule Kempen

Kempen : Kinder sind für Ostern gewappnet

Die Astrid-Lindgren-Grundschüler haben gelernt, was es mit dem Fest auf sich hat. Dabei ging es um Religion, Symbole und Bedeutung, aber auch um den Hasen und die Eier.

Auf der magnetischen Wandverkleidung ist die Osterwoche zu sehen. Jeder Tag hat seine nummerierte Kennzeichnung, angefangen vom Palmsonntag, mit dem die Osterwoche startet, über den Gründonnerstag und den Karfreitag bis hin zum eigentlichen Osterfest. Ausgemalte Symbole und Szenen wie ein Weinkelch, ein Brot oder das Gespräch mit den Gelehrten hängen unter den ersten Tagen. „In jeder Religionsstunde haben wir uns mit mehreren der insgesamt acht Tage beschäftigt, so dass wir jeden einzelnen Tag durchgesprochen haben“, erklärt Lehrerin Ute Heyer. Die Schüler der Astrid-Lindgren-Schule haben sich vor den Ferien ausgiebig auf das Osterfest vorbereitet.

Zum Beispiel auf den Karfreitag. Das begann in der 4c mit dem Lesen des entsprechenden Kapitels im Buch „Die Ostererzählung“ von Rainer Oberthür und Renate Seelig. Ein Buch, das die Viertklässler durch die Ostervorbereitungszeit begleitet hat. „Wir lesen heute an der Stelle weiter, wo die drei Kreuze auf dem Bild zu sehen sind“, gab Heyer vor, als es soweit war. Denn das Buch hat keine Seitenzahlen. Die Schüler blätterten. Anna begann mit dem Vorlesen und nahm ihre Klassenkameraden mit in den sechsten Tag der Osterwoche, an dem Jesus gekreuzigt wurde.

Schon bald steckten die Viertklässler in einem angeregten Gespräch über das Gehörte. Heyer hing das Bild eines Königs und das von Jesus an die große Magnettafel. Dazu gab es jede Menge Symbole, die ein Stück daneben an der Magnetwand klebten. Ein Holzstab, eine goldene Krone, ein Esel, Kerzen, ein Schloss, eine Dornenkrone, ein Zepter und weitere Gegenstände waren zu sehen. Gemeinsam ging es an die Zuordnung, was zu Jesus und was zum König gehört, warum das so ist und welche Bedeutung die Symbole haben.

Die Mädchen und Jungen haben sich mit dem Osterfest auseinandergesetzt. Foto: Norbert Prümen

Aber nicht nur in den vierten Klassen spielte Ostern eine wichtige Rolle. Das Fest war in jeder Stufe präsent. Entsprechend ihrem Alter wurden die Kinder an Ostern und seine christliche Bedeutung herangeführt. „Das Wissen rund um Ostern baut sich quasi über die vier Jahre altersgerecht auf. Der Fachbegriff lautet Spiralcurriculum. Im ersten Schuljahr ist es eine ganz einfache Variante, dann wird altersentsprechend immer mehr dazu genommen“, erklärt Schulleiterin Sabine Stammen.

Warum wird Ostern gefeiert? Welche Geschichte steckt dahinter? Wie wurde das Ei zum Osterei? Was es mit dem Palmzweig auf sich hat, welche Rolle der Osterhase eigentlich spielt: Ostern wurde – und wird auch in den nächsten Jahren – von allen Seiten in den Klassen eins bis vier beleuchtet. Das gilt auch für andere Feste wie St. Martin, Weihnachten und Mariä Himmelfahrt. „Wir versuchen, den Religionsunterricht für alle Kinder interessant zu machen“, betont Stammen.

In der Astrid-Lindgren-Schule wird das Fach Religion nämlich für alle Kinder einheitlich unterrichtet. Es ist ein offenes Fach, es gibt keine Differenzierung nach katholischer und evangelischer Religionslehre, jüdischem oder muslimischem Glauben. Alles findet gemeinsam statt. Der Grundschule ist es ganz wichtig, alle Religionen in den Unterricht einzubeziehen. „Die Kinder lernen die Weltreligionen und ihre jeweiligen Symbole kennen und lernen von klein auf, dass jede Religion ihren Platz hat“, erklärt Stammen.

Ostern war aber auch in weiteren Fächern anzutreffen. Im Kunstunterricht sind bunte Osterhasen entstanden, in Mathe gab es Aufgaben mit Ostereiern, und in Deutsch hielt der Osterhase mit Geschichten Einzug.

Dass sie viel über das Fest Ostern und seinen geschichtlichen Hintergrund gelernt haben, finden die Schüler gut. „Kleine Kinder denken an Ostern nur an den Hasen und Schokoladeneier. Ich weiß jetzt, warum Ostern gefeiert wird, und kann es auch erklären“, sagt Cintiya stolz. Das sieht Klassenkameradin Kira ganz genauso. „Ich wusste nie genau, was es mit der Salbung auf sich hat. Jetzt weiß ich es und verstehe auch die Bedeutung vom Öl“, sagt die Zehnjährige.

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