Interview : Über ein neues Stück wird nachgedacht

Seit zwei Jahren hatten die Darsteller der St. Huberter Kendel-Bühne keine Aufführungen mehr – jetzt hoffen sie auf den November 2022.

Corona hat der Kendel-Bühne eine zweijährige Zwangspause verpasst. Und wie es dieses Jahr weitergeht, ist auch noch ungewiss. Die WZ hat mit Regisseurin Karin Schenk und dem Vorsitzenden der Kendel-Bühne, Johanns Dicks, gesprochen. Dicks ist aber auch als Schauspieler aktiv.

Wann hatte die Kendel-Bühne ihren letzten Auftritt und mit welchem Stück?

Karin Schenk: Der letzte Auftritt war im November 2019 mit dem Schwank „Alles fest im Griff“ von Erfried Smija.

2020 war ein Stück gerade in Arbeit, als Corona dazwischen kam...

Schenk: Ja und zwar die Komödie „Jakob der Letzte“ von Claus Bisler. Das Stück wurde komplett für die Kendel-Bühne bearbeitet und die Besetzung der Rollen wurde erarbeitet. Die Rollenbücher wurden im Frühjahr 2020 erstellt und verteilt.

Wurde jemals geprobt?

Schenk: Nein. Je mehr Zeit mit Corona ins Land ging, umso nüchterner betrachteten wir die Möglichkeit, öffentliche Aufführungen in einem machbaren Rahmen durchzuführen. Das Kontaktverbot blieb schließlich weiter bestehen. Explizit waren auch Zusammenkünfte in Vereinen unter-sagt. Aufgrund der Corona-Pandemie waren und sind noch die Auflagen für Aufführungen zu groß beziehungsweise für uns als Amateurtheater nicht realisierbar. Ferner war an eine angemessene Probenarbeit nicht zu denken. Deshalb mussten wir als St. Huberter Amateurtheater schweren Herzens entscheiden, sowohl 2020 als auch 2021 keine Theateraufführungen anzubieten.

Ist dieses Stück nach wie vor in der Pipeline der Kendel-Bühne?

Johannes Dicks: Grundsätzlich schon, allerdings nicht für dieses Jahr. Ein Mitspieler muss in diesem Jahr aus gesundheitlichen Gründen leider etwas zurücktreten. Einen Ersatzspieler wollen wir aber nicht nominieren. Immerhin hoffen wir darauf, dass der Mitspieler im nächsten Jahr wieder zur Verfügung steht. Wir suchen deshalb derzeit ein anderes Stück.

 Verliert man als Schauspieler Fähigkeiten, wie beispielsweise Texte auswendig lernen, wenn man länger nicht im Einsatz ist?

Dicks: Für die meisten von uns ist das Lernen der Texte wie Fahrradfahren. Entweder man kann das recht gut, oder hat so seine Mühe. Aber wie sagt man doch: Fahrradfahren verlernst du nicht.

Wäre dann ein Neustart anstrengender als bei jährlichen Aufführungen?

Dicks: Ja. Das liegt aber nicht daran, dass das Lernen der Texte zum Problem wird. Was etwas verloren geht, ist der direkte Umgang miteinander auf der Bühne. Wie reagiert die Person gegenüber? Was kann ich machen und was nicht?

Sind wegen Corona bereits Darsteller abgesprungen?

Schenk: Nein. Es sind drei Mitglieder inzwischen hinzugekommen: Ursula Orths als Souffleuse sowie die Darsteller Jennifer Tölkes und Günter Vida nahmen 2019 an den Proben teil und haben sich wunderbar ins Team eingelebt. Die drei Interessenten wurden 2020 in die Kendel-Bühne aufgenommen. Damit hat das St. Huberter Amateurtheater aktuell einen Mitgliederstand von 23 Personen.

Gibt es denn noch Treffen der Gruppe?

Schenk: Ja – unter Beachtung der Corona-Schutzbestimmungen treffen wir uns gelegentlich zu Sprechproben, Spontantheater und Spieleabende. Solche Treffen sind sowohl für den Zusammenhalt der Gruppe wichtig, als auch um die schauspielerische Kreativität zu erhalten. Außerdem haben wir uns gemeinsam den DVD-Film des letzten Theaterstücks „Alles fest im Griff“ angesehen.

Wie hält sich die Truppe bei Laune?

Schenk. Mit den Treffen. Und ein kleines Highlight war im November 2021 folgende Aktion: Johannes Dicks war der St. Martin im Kendeldorf. Einer spontanen Idee folgend wurde die Aktion „St. Martinsbanner“ von Mitgliedern der Kendel-Bühne bei einem geheimen Treffen und mit regem WhatsApp-Austausch in die Tat umgesetzt. Sehr glücklich waren die Aktiven, dass sich Grafiker Jürgen „Moses“ Pankarz der zeichnerischen Gestaltung annahm. Nach dem Motto „Wir stehen leider 2021 nicht auf der Bühne – sind aber trotzdem kreativ“ hat die Kendel-Bühne für Aufsehen und Beachtung gesorgt. Und hin und wieder – wenn es denn Corona erlaubt treffen wir uns in geselliger Runde zum freundschaftlichen Plausch.

Was ist für 2022 geplant?

Schenk: Erste Schritte sind vorbereitet: Das Forum ist als Aufführungsstätte vom 16. bis zum 28 November für Aufführungen der Kendel-Bühne reserviert. In diesem Zeitraum ist der Bühnenaufbau und -abbau enthalten. Das Ensemble freut sich riesig auf diese Theatersaison. Darüber hinaus gibt es erste Überlegungen zu einem Stück für 2022. Es ist aber noch nicht soweit konkret, dass schon ein Titel verraten werden kann.

Seit wann gibt es die Kendel-Bühne?

Schenk: Das Gründungsjahr war 2000. Demnach hätten wir 2020 ein kleines Jubiläum feiern können.

Wie viele verschiedene Stücke wurden bereits aufgeführt?

Schenk: 17 Lustspiele und Komödien.