Tennisclub setzt auf Basisarbeit

Rot-Weiß Grefrath wirbt um Mitglieder. Von Zuzügen hat der Verein in den vergangenen Jahren nicht ausreichend profitieren können.

Grefrath. Der Fußball begeistert nach wie vor in Deutschland. Das ist im Falle der Bundesliga so (auch wenn das „Titel-Rennen“ alles andere als spannend war) und wird auch bei der kommenden WM in Russland so sein. Beim Tennis sieht die Sache anders aus. Hier sind die goldenen Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf lange vorbei, auch wenn Alexander Zverev derzeit ganz oben mitspielt.

Dr. Hans-Peter Feyerabend, Vorsitzender des Tennisclubs Rot-Weiß Grefrath

Medial sei Tennis nicht mehr „en vogue“, sagt der Vorsitzende des Grefrather Tennisclubs Rot-Weiß, Hans-Peter Feyerabend. „Deswegen müssen wir Basisarbeit betreiben“, so der Mediziner im Ruhestand, der dem Verein seit 2014 vorsteht. Gemeint sind unter anderem Flyer- und Plakataktionen, um auf das sportliche Angebot aufmerksam zu machen. „Wir nehmen an allen Gemeindefesten teil, um uns zu präsentieren“, sagt Feyerabend im Gespräch mit der WZ.

Doch nicht nur der (gefühlte) Mangel von Identifikationsfiguren und Werbeträgern für den „weißen Sport“ scheint das Problem. Laut dem Vorsitzenden haben Kinder viel weniger Freizeit als früher. Ihre Termine seien eng getaktet, auch abseits der Schule. „Das sind die Schwierigkeiten eines Tennisclubs in der heutigen Zeit.“

Rot-Weiß geht diese Herausforderung aktiv an. Man sei intensiv dabei, mit der Offenen Ganztagsschule vor Ort eine Tennis-AG auf die Beine zu stellen. Der Startschuss fiel bereits in Form einer Schnupperstunde. Das Angebot soll nun zunächst bis zu den Sommerferien laufen. So will der Verein die Erst- bis Viertklässler erreichen. Grundsätzlich können aber bereits Vierjährige einsteigen. „Tennis ist auch Kopfarbeit, darauf müssen die Kinder vorbereitet werden“, sagt Dr. Feyerabend.

Momentan zählt der Verein rund 150 Mitglieder, darunter mehr als 50 Jugendliche. Es gibt sechs Medenmannschaften, die „55er Herren“ spielt in der 1. Verbandsklasse, die „50er Damen“ in der 2. Verbandsliga. „Wir haben uns entschieden, eine offene Herrenmannschaft aus einem bestehenden Jugendteam zu bilden, die in diesem Jahr ihre Premiere feiert“, ergänzt der Club-Chef.

Man hoffe auf mehr Mitglieder, zumal Rot-Weiß von den Zuzügen nach Grefrath in den vergangenen Jahren „nicht in einem erheblichen Ausmaß“ habe profitieren können. „Wir sind für jeden offen, der schon einmal Tennis gespielt hat, oder es einmal probieren möchte.“

Zwei Trainer stehen zur Verfügung. Auf dem Gelände, Müskeshütt 1, gibt es sechs Sandplätze, in einem „Top-Zustand“, wie Hans-Peter Feyerabend betont, sowie eine Übungswand mit Teerbelag davor. Das Clubhaus wurde in den vergangenen Jahren stark renoviert, zuletzt wurde eine neue Küche für die (nicht öffentliche) Gastronomie angeschafft. Im Winter ziehen die Tennisspieler in die Halle des Grefrather Sporthotels (drei Plätze) um.

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