Stromzähler werden smarter

Die alten schwarzen Modelle werden ab Februar gegen „intelligentere“ Zähler ausgetauscht.

Kempen. Der kleine schwarze Stromzähler, wie ihn jeder kennt, ist nicht mehr „schlau“ genug. Daher wird er nun bald flächendeckend ausgetauscht und durch einen smarteren Kollegen, ein sogenanntes „Smart Meter“, ersetzt. Bei den Stadtwerken Kempen laufen nun die Vorbereitungen für den Tausch, der am 14. Februar starten soll. Bis 2032 verlangt der Gesetzgeber einen flächendeckenden Einbau digitaler Zähler.

„Das Thema der intelligenten Zähler wird uns noch mehrere Jahre begleiten“, informiert Norbert Sandmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Kempen. Da der gesetzlich vorgeschriebene Zählertausch bei manchen Kunden für Verwirrung sorge, beantworten die Stadtwerke schon früh die Fragen dazu.

Hintergrund des Austauschs ist, dass die erneuerbaren Energien, neue Formen der Energie-Einspeisung und die fortschreitende technologische Entwicklung mit sich bringen, dass die Netze immer „intelligenter“ werden müssen. Damit will man sich an das geänderte Verbrauchs- und Einspeiseverhalten der Kunden anpassen und ein zuverlässiges Versorgungssystem gewährleisten. Mit den modernen Zählern können Kunden, den eigenen Verbrauch transparent nachvollziehen. Auf einem Display lassen sich nicht nur der aktuelle Stromverbrauch, sondern auch tages-, wochen-, monats- und jahresbezogene Stromverbrauchswerte für die letzten 24 Monate anzeigen. Ein analoger Stromzähler weiß nicht, wann und wie viel Energie verbraucht wird. Weiterhin wird der Zähler einmal im Jahr vor Ort ausgelesen.

Dabei gibt es zwei Modelle: „Normale“ Haushalte mit einem Verbrauch unter 6000 kWh jährlich bekommen nur eine moderne Messeinrichtung (mME). In der ersten Umsetzungsphase erhalten Kunden mit einem Verbrauch über 10 000 Kilowattstunde (kWh) pro Jahr ein intelligentes Messsystem (iMSys). Diese können auch kommunizieren und Daten mit einem sog. „Gateway-Administrator“ austauschen.

Die Stadtwerke Kempen, der grundzuständige Messstellenbetreiber im Netzgebiet Kempen, St. Hubert und Tönisberg, tauscht Schritt für Schritt alle Stromzähler gegen moderne Messeinrichtungen aus. In Sachen Datenschutz wollen die Stadtwerke eventuelle Bedenken nehmen. „Sie brauchen sich um Ihre persönlichen Daten keine Sorgen zu machen. Smart Meter und das Smart Meter Gateway erfüllen höchste Sicherheitsstandards nach Vorgaben des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik — strenger als beim Online-Banking“, heißt es in der Mitteilung der Stadtwerke. Und da moderne Messeinrichtungen nicht über ein Kommunikationsmodul verfügen, braucht sich der typische Haushaltskunde ohnehin keine Gedanken zu machen.

Mindestens zwei Wochen vor dem geplanten Einbau erhalten die Kunden der Stadtwerke eine schriftliche Terminankündigung. Der Zählertausch ist kostenlos. Für den Betrieb des neuen Zählers — zum Beispiel Miete, Wartung und Abrechnung — fallen, genau wie zurzeit auch, Kosten an. Dafür gibt es gesetzliche Obergrenzen, die sich nach dem Jahresverbrauch des Kunden richten. Red/