Stolpersteine in Kempen: Dienstag fällt die Entscheidung

Stolpersteine in Kempen: Dienstag fällt die Entscheidung

Bessere Vorzeichen für die Initiative als 2011.

Kempen. Mit großer Spannung dürften die Mitglieder der Initiative zur Verlegung von Stolpersteinen der Ratssitzung am Dienstag um 18 Uhr entgegenfiebern. Im Tagesordnungspunkt sechs der letzten Ratssitzung des Jahres geht es um den Antrag, 46 Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust verlegen zu dürfen.

Foto: Hans Kaiser

Polit-Insider gehen davon aus, dass es zu einer geheimen Abstimmung über das Thema kommen wird. So wie 2011, als ein erster Antrag zur Verlegung der Kunstwerke des Kölners Gunter Demnig vom Kempener Stadtrat abgelehnt wurde.

Für den Antrag 2014 stehen die Vorzeichen allerdings anders: Vor der morgigen Entscheidung des Rates gab es bereits eine deutliche Empfehlung des Kulturausschusses, die Verlegung der Steine zuzulassen. Mit 10:4-Stimmen sprachen sich die Ausschussmitglieder pro Stolpersteine aus.

Zudem ist die Zusammensetzung des Rates eine andere als 2011. Nach der Wahl im Mai sind neue Gesichter in den einzelnen Fraktionen zu finden. Insbesondere in der größten Fraktion der CDU, aus der es vor drei Jahren wohl die meisten Gegenstimmen gegeben hatte, gab es einige Wechsel. Und: Mit den Linken ist gleich eine ganze Fraktion neu im Rat, die bereits ihre Zustimmung für die Stolpersteine signalisiert hat.

Zur morgigen Sitzung dürfte es wie schon im Kulturausschuss voll werden im Ratssaal am Buttermarkt. Vor allem Jugendliche interessieren sich für das Thema: Die Schulkonferenzen von vier weiterführenden Schulen in Kempen haben sich für die Stolpersteine ausgesprochen. Ein Signal, das es 2011 noch nicht gab.

Sollte es zum geheinem Urnengang — ohne jeglichen Fraktionszwang — kommen, ist es letztlich jedem Mandatsträger selbst überlassen, wie er abstimmt. Und es wird sicher auch Gegner der Stolpersteine geben. Schließlich werden die Kunstwerke von Demnig, die vor den Häusern verlegt werden sollen, in denen die Holocaust-Opfer früher gelebt haben, bundesweit kontrovers diskutiert.

Die einen halten ddie Stolpersteine für geeignet, um in würdiger Weise an die Ermordeten zu erinnern. Andere wiederum finden, dass das Andenken der Opfer „mit Füßen getreten“ wird. So wie die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden, Charlotte Knobloch. Ihre Worte verwendet auch Kempens Bürgermeister Volker Rübo (CDU), wenn er gegen die Stolpersteine argumentiert.

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