Kempen: St.Hubert: Vier Jungen legen Scheunenbrand

Kempen : St.Hubert: Vier Jungen legen Scheunenbrand

Drei Zwölfjährige und ein 14-Jähriger sind laut Polizei für den Großbrand in St. Hubert-Escheln am Sonntag verantwortlich. Der Einsatz der Feuerwehr war erst am Montagmorgen beendet.

St. Hubert. Am Montagmittag qualmte es noch an ein paar Stellen. Und ein beißender Brandgeruch lag immer noch über Teilen der Honschaft Escheln. Noch wenige Stunden zuvor waren mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz, um einen Scheunenbrand auf einer derzeit nicht bewohnten Hofanlage in den Griff zu bekommen (die WZ berichtete). Das vorderste Ziel des Einsatzes am Sonntagnachmittag und -abend haben die Feuerwehrleute aller Kempener Löschzüge erreicht: Die Flammen griffen nicht auf andere Gebäude über — auch ein Gas-Tank konnte geschützt werden. Die Scheune, in der Stroh und Maschinen gelagert waren, ist allerdings vollständig zerstört. Die Höhe des Schadens konnte die Polizei am Montag noch nicht beziffern — er sei „nicht unerheblich“.

Foto: Tobias Klingen

Parallel zu den Löscharbeiten liefen schon am Sonntagnachmittag Ermittlungen der Polizei zur Brandursache. Bereits um 20.30 Uhr veröffentlichte die Polizei am Sonntag eine Pressemitteilung, dass es sich um Brandstiftung handelt und dass vier Jugendliche verdächtig sind.

„Es handelt sich um drei zwölfjährige und einen 14-jährigen Jungen aus Kempen“, sagte am Montag Polizeisprecherin Antje Heymanns auf Anfrage. Nach Informationen der WZ stammen die Tatverdächtigen aus St. Hubert. Gegen 16.45 Uhr hat das Quartett nach Angaben von Zeugen auf dem Gelände unweit des Spargelhofes der Familie Goetzens gewütet. „Sie haben dort in großem Ausmaß randaliert“, so Heymanns. Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen machte sie keine genaueren Auskünfte. Nach Informationen der WZ wurden unter anderem Scheiben eingeschlagen. Zudem sollen die Jugendlichen einen Radlader kurzgeschlossen haben und damit herumgefahren sein. Nach der Randale haben die Vier dann offenbar noch Feuer in der Scheune gelegt.

Da die Jugendlichen bei ihrer Randale beobachten worden seien, sei für die Ermittler schnell klar gewesen, dass sie auch für die Brandstiftung verantwortlich sind, so Heymanns. Die Verdächtigen seien den Zeugen zum Teil auch bekannt gewesen.

Alle vier Tatverdächtigen wohnen nach Angaben der Polizei bei ihren Eltern. An diese wurden sie am Sonntagabend übergeben. Die drei Zwölfjährigen haben von der Justiz nichts zu befürchten. Sie gelten nach Angaben der Polizeisprecherin als strafunmündig. Beim 14-Jährigen könne aber sehr wohl Jugendstrafrecht angewandt werden. Dies sei nun Sache der Staatsanwaltschaft, so Antje Heymanns. Die Polizei wird sich mit Blick auf alle vier Verdächtigen mit dem Kempener Jugendamt in Verbindung setzen. Auffällig sei bislang keiner der vier Jungen geworden, so die Sprecherin.

Für die Kempener Feuerwehr waren die Löscharbeiten mit mehr als 100 Leuten und 18 Fahrzeugen außergewöhnlich, wie Sprecher Johannes Dicks bestätigt: „Das kommt sicher nicht alle Tage vor.“ Für dieses Ausmaß sei es aber planmäßig verlaufen. Gegen 19 Uhr hatten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle. Danach wurden die Einsatzkräfte Stück für Stück abgezogen. Das letzte Fahrzeug des St. Huberter Löschzuges habe den Einsatz am Montagmorgen gegen 8 Uhr beendet, so Dicks.

Am Sonntag hatte die Feuerwehr gemeldet, dass ein Wehrmann beim Einsatz leicht verletzt worden ist. Die Verletzung stellte sich beim Arzt als „harmlos“ heraus, so die Feuerwehr am Montag.