Staudenknöterich sorgt bei Hemesath für Probleme

Staudenknöterich sorgt bei Hemesath für Probleme

Das Unkraut verbreitet sich auf dem Gelände an der Wiesenstraße. Jetzt wird nach Lösungen gesucht.

Kempen. Es tut sich was auf dem ehemaligen Gelände der Reinigungsfirma Hemesath an der Wiesenstraße 28: Nachdem in den vergangenen Monaten das Gelände saniert wurde — unter anderem wurden 12 000 Kubikmeter des verseuchten Bodens ausgetauscht — wird in dieser Woche wieder auf dem Grundstück gearbeitet.

Grund dafür ist der sogenannte Staudenknöterich. „Das Gewächs verbreitet sich flächendeckend und macht Rasen und Sträucher kaputt“, heißt es aus dem Rathaus. Das „explosionsartige Wachstum“ der Pflanze, sie kann bis zu zwei Meter groß werden, gefährde auch die angrenzenden Gärten. Um dem Problem Herr zu werden, loten die Verantwortlichen nun Möglichkeiten aus. Darunter fällt nach Informationen der WZ auch die Überlegung, Herbizide, also chemisches Unkrautbekämpfungsmittel, zu spritzen. Und das auf einem frisch von Chemikalien gereinigten Boden.

Da schrillen bei einigen Anwohnern die Alarmglocken. „Wir haben hart um unser Wäldchen gekämpft“, sagt eine aufgeregte Anwohnerin. Damit ist eine Gruppe von Bäumen und Büschen zwischen den angrenzenden Grundstücken gemeint, die vor allem Igeln ein Zuhause bietet. Ein anderer ergänzt: „Die Sanierung des verseuchten Geländes steht doch im Gegensatz zum Einsatz von Chemieprodukten.“

Uwe Hoffmann vom verantwortlichen Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) kann beruhigen: „Wir sind momentan in der Findungsphase.“ Er rät aus Sorge um das gerade erst gereinigte Grundwasser vom Einsatz chemischer Mittel ab. Eine andere Möglichkeit sei die Baumbepflanzung. Hoffmann: „Momentan haben wir an der Wiesenstraße eine freie Fläche, wo der Staudenknöterich sich ungestört ausbreiten kann.“ Im Schatten von Bäumen wachse er nicht so gut. Auch eine Beschneidung des Gewächs wäre denkbar, würde jedoch langfristig „sehr kostspielig“ werden.

„Letztendlich muss die Stadt als Eigentümer tätig werden. Wir sind nur Maßnahmenträger“, sagt Hoffmann. Und diese Maßnahme sei bald vorbei. „Die Sanierungen sind weitestgehend beendet. Man sieht bereits eine fertiggestelle Fläche.“

Jetzt steht laut Hoffmann noch eine „In-Situ chemische Oxidation“ (ISCO) an. Uwe Hoffmann: „Dabei werden die Schadstoffe im Untergrund durch Infiltration von Natriumpermanganat, eines Oxidationsmittels, auf chemischem Wege abgebaut. Im Vergleich zum natürlichen biologischen Abbau verläuft die Reaktion der chemischen Oxidation sehr schnell.“ Nötig sei dies wegen eines sogenannten Sekundärschadens im Einfahrtsbereich zur Straße. Durch das dort verlaufende Kanalsystem komme ein Bodenaustausch für diesen Bereich nicht infrage.

Danach stünde der Bebauung nichts mehr im Wege. „Die Stadt stellt im Moment einen Bebauungsplan auf“, weiß Hoffmann. „Man überlegt unter anderem, Nachbargrundstücke aufzukaufen.“ Letztlich soll auf dem Gelände an der Wiesenstraße altengerechtes Wohnen entstehen.