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Stadtbibliothek in Kempen: Das Bücherregal verbucht jetzt selbst

Stadtbibliothek : Das Bücherregal verbucht jetzt selbst

Die Stadtbibliothek Kempen nutzt nun RFID-Technik, mit denen die Nutzer Bücher und Co. zum Ausleihen schnell und einfach selbst verbuchen können.

Lange wurde dieser Prozess vorbereitet, nun läuft das neue System zum Selbstverbuchen in der Kempener Stadtbibliothek. Wer nun ein Buch, ein Spiel oder eine DVD ausleihen möchte, legt Bibliotheksausweis und Medium auf einen Tisch mit entsprechendem Scanner und schon ist dieses auf dem Benutzerkonto zu finden. Noch einfacher ist die Rückgabe. Denn spezielle Regale neben dem Eingang verbuchen Bücher und Co. automatisch beim Einstellen. Auf einem Bildschirm kann man sehen, dass die Buchung auch funktioniert hat. Am Eingang zur Bücherei sind „Gates“ aufgestellt, wie man sie aus dem Kaufhaus kennt, die die Entleihe kontrollieren und Diebstähle verhindern.

Bereits im Herbst war ein Kassenautomat in Betrieb genommen worden, an dem man alle Gebührenzahlungen bar oder mit Karte tätigen kann. Dabei habe es einige Anfangsschwierigkeiten gegeben, sagt Bibliotheksleiterin Katrin Steuten. Die Einführung der Selbstverbuchung läuft aber nun gut an. Die Mitarbeiterinnen wurden für das neue System geschult und helfen den Besuchern nun, sich mit der neuen Technik zurecht zu finden.

Ende 2016 hatte die Politik der Umsetzung zugestimmt

In den vergangenen Monaten waren alle Benutzerausweise und Medien mit neuen Etiketten und Chips versehen worden. Für diese Verbuchung wurde auf die RFID-Technik (Radiofrequenz-Identifikation) umgestellt. Dabei werden Daten mit Hilfe von Radio-Wellen übertragen. Dafür werden sogenannte Transponder in die Medien eingeklebt, die Daten auf einem Chip enthalten. Diese können auch aus geringer Distanz ausgelesen werden, ohne dass eine direkte Sichtverbindung zum Lesegerät nötig ist. Dadurch könnten zum Beispiel ganze Stapel von Medien in einem Rutsch erfasst werden, ohne dass jedes Buch einzeln über einen Scanner gezogen werden muss.

RFID kommt heutzutage an vielen Stellen zum Einsatz, zum Beispiel bei Bezahlkarten, in Reisepässen oder zur Kennzeichnung von Haustieren. Die Einführung für die Stadtbibliothek hatte noch Steutens Vorgängerin Ursula Wiltsch angestoßen. Ende 2016 hatte die Politik den Plänen zugestimmt, die vom Land bezuschusst werden und dann Schritt für Schritt umgesetzt wurden.

Für das Personal bringt die neue Technik Entlastung. „Mittelfristig soll dann an der Ausleihe vorne nur noch eine statt zwei Mitarbeiterinnen sitzen. Dazu noch eine an der Info“, sagt Katrin Steuten. Das verschafft dem Mitarbeiter-Team mehr Zeit für andere Arbeiten. Zurzeit ist die Beratung aber natürlich noch sehr zeitintensiv. Auch in Urlaubszeiten soll das Entspannung bringen, waren dies doch bisher anstrengende Phasen für das Team.

Musik-CDs sind in den Sachbuchbereich gezogen

Für die neuen Selbstverbucherplätze und -regale wurde in der Bücherei umgeräumt. So sind die Musik-CDs jetzt im Sachbuchbereich zu finden. „Jetzt kann man entspannt auf dem Sofa in die CDs rein hören und hat dort ein bisschen mehr Platz und Ruhe“, heißt es auf der Facebook-Seite der Stadtbibliothek.

Aber auch darüber hinaus gibt es in der Bücherei immer wieder Neues. Im Sommer wird es einen Auszubildenden in der Bücherei geben. Das sei neu für die Kolleginnen in Kempen, so Steuten. Auch dafür wird man in der Anfangsphase Zeit brauchen.

Gut angelaufen ist auch die „Samstags-Werkstatt“, zu der immer wieder verschiedene Besucher in der Stadtbibliothek zu Gast sind und Aktionen anbieten. Bei der Premiere im Januar stand Filzen mit Wolle auf dem Programm, im Februar stellte sich das Reparatur-Café Wackelkontakt vor. An diesem Samstag werden um 11 und 12 Uhr Steintiere gestaltet. Unter dem Motto „Ein Stein kann ein Kunstwerk sein!“ lassen sich Eltern und Kinder zusammen durch die Form eines Steins, den sie mitbringen inspirieren und verwandelt ihn ein Tier.

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